(20.08.2010 22:05)Franziska schrieb: ...
Wolfswlepen wurden zum Säugen an die Brust von Frauen gelegt.
Über diese Maßnahme wurde der Wolfswelpe auf den Menschen
geprägt. usw.usf.
...
Ich fand es interessant zu lesen. Alleine, richtig überzeugt bin ich nicht.
Hi Franzi,
diese These läßt bei mir auch einige Zweifel aufkommen, zumal ja die Erfahrung zeigte, daß gezähmte Wolfswelpen schon als Jungwölfe, wenn sie einmal in die freie Natur entweichen konnten, sofort in ihr natürliches Wolfsverhalten zurück fielen und nicht mehr freiwillig in die menschliche Obhut zurück kehrten. Die Wildheit in ihnen war sofort wieder übermächtig erwacht.
Für mich ist die These mit den aus Wolfsrudeln verstoßenen Wölfen einleuchtender. Diese verstoßenen Wölfe wurden infolge geringerer Jagderfolge als Einzeljäger durch Nahrungsabfälle in die Nähe der Lagerstätten der Menschen gelockt und die am wenigsten aggressiven und scheuen Tiere unter ihnen richteten sich dauerhaft in der Umgebung dieser Lagerstätten ein. Der Abstand dieser Wölfe zu den Menschen verringerte sich allmählich aber beständig, denn es kam zu Verpaarungen dieser Wölfe untereinander. Daß allein schon durch ständige Verpaarungen von Caniden mit wenig Menschenscheu und Aggressivität gegen Menschen untereinander ein hundeartiges Äußeres und Verhalten entsteht, haben russische Forscher mit dem "Silberfuchs-Experiment" bewiesen. Die Füchse bekamen Generationen später ohne sonstige züchterische Einflußnahme gefleckte Felle, ihre Schwänze ringelten sich und die Ohren klappten ab. Sie wurden völlig zahm geboren, schmusten mit den Menschen und suchten ständig den Kontakt zu ihnen, konkurrierten untereinander um die Gunst der Menschen, waren gelehrig, achteten auf Mimik, Gestik und Sprache der Menschen, konnten dies interpretieren und reagierten richtig und willig darauf. Die Füchse bellten - sie waren zu "Fuchshunden" geworden.
Ein Artikel dazu: "Die zahmen Füchse von Nowosibirsk" ->
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeit..._hunde.jsp
Ein Film dazu: "The Silver Fox experiment":
http://www.youtube.com/watch?v=PRQbSdMXBk0
Zurück zu der Welpen-These. Welpen wirken auf den Menschen durch ihr Äußeres und ihr Verhalten untereinander und dem Menschen gegenüber enorm niedlich, anziehend und in vielen Situationen hilfebedürftig. Diese, den Caniden von der Natur gegen Menschen verliehene "Schutzwaffe", könnte natürlich, neben dem Rudelsozialverhalten, viel dazu beigetragen haben, daß der Mensch die Wölfe letztendlich sogar dauerhaft in seine Behausung aufgenommen und in sein Leben integriert hat und diese vielleicht einzigartige Symbiose zwischen Nahrungskonkurrenten begann.
Das letzte Wort über die Wunder des Hundes ist noch nicht geschrieben. (Heinrich Heine)