Tierrechtsforen

Normale Version: Wenn der Bertel Brennholz schürt...
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...nimmt er dann nicht auch Tierleid billigend in Kauf?

(31.05.2010 19:59)bertel schrieb: [ -> ]Ach, ich hab heute Nachmittag über 10 Ster Buche gespalten...

Als ich gestern las, dass du 10 Ster Buchenholz gespalten hast, musste
ich an meine aktuelle Situation denken.

Na ja, es ist mehr die aktuelle Situation bei mir im Wald. Aber irgendwie gehört sich das zusammen.

Und natürlich ist obige Frage augenzwinkernd gemeint. Aber ein Denkanstoß sollte es schon sein.


Der Klimawandel und der damit verbundene Waldumbau ist ja ein ganz großes Thema.
Weil sich die Buche bei mir im Revier nicht verjüngt (Hauptbaumart ist Fichte), wurden dieses Jahr
10 ha. Buchen aus der Baumschule gepflanzt.

Diese Pflanzen sind bis in die Spitzen mit Stickstoff angereichert.
Das hat seinen guten Grund. Sie sollen schließlich zügig anwurzeln
und möglichst schnell aus dem Äserbereich vom Wild herauswachsen.
Für unsere heimische Wildarten, allen voran die Rehe, ist es ein
ganz besonders schmackhafter Leckerbissen, die jungen Buchenknospen
abzukanppern.

Das hat zur Folge, dass die Pflanzen anstatt zu mächtigen Buchen heranzuwachsen, Zwiesel bilden und Verbuschen.

Es gibt zwei (eigentlich drei) Möglichkeiten die Pflanzen wirkungsvoll vor Verbiss zu schützen.


ad. 1) Die Fläche wird gezäunt
ad. 2) Die Fläche wird straff bejagt
ad. 3) Es werden Wildlinge gezogen (die dritte Möglichkeit)


Die erste Möglichkeit kostet richtig viel Geld. Die in Rede stehende Fläche
zu zäunen schlägt mit ca. 30tsd. Euro ins Kontor.

Zäunen bedeutet die Verkleinerung von Lebensraum vom Wild.
Für den Revierinhaber mag das noch eine Überlegung sein. Für den
Waldbesitzer eher nicht. Der Waldbesitzer sieht als Wirtschaftsbetrieb die Kosten.

Über den wirtschaftlichen Nutzen, den spätere Generationen aus den Buchen ziehen werden,
spekuliere ich an dieser Stelle nicht.

Die zweite Möglichkeit kostet erst einmal kein Geld. Im Gegenteil,
der Revierinhaber bezahlt sogar dafür, Jagd ausüben zu dürfen.

Aber es kommt noch viel besser. Wenn vertraglich nichts anderes vereinbart ist,
bezahlt der Revierinhaber sogar noch den entstandenen Schaden, den das Wild durch Verbiss verursacht hat.
Im gesetzlichen Wildschadenersatz ist das alles pikobello geregelt.

Die dritte Möglichkeit läuft meisst flankierend zu der Pflanzaktion mit
den Baumschulpflanzen und spielt erst mittelfristig eine Rolle.

Um die Kosten durch Zäunung zu vermeiden wird im ersten Schritt der
Jagdausübungsberechtigte in die Verantwortung genommen.

Er steht in der Verpflichtung, Schaden von der Forstwirtschaft abzuwenden.
Wenn das nicht klappt, wird er im zweiten Schritt zur Kasse gebeten.

Was macht nun der Jagdausübungsberechtigte? Um diese Buchenpflanzen zu schützen? Im Prinzip will er ja AUCH seinen
Geldbeutel schützen.

Ganz klar. Er erhöht den Jagddruck. Er entnimmt Wild aus der Wildbahn.

Nur damit irgend ein Bertel, in sagen wir mal in 40 Jahren, seine 10 Ster Holz spalten kann.

Mir stellt sich jetzt die Frage, ist es vegan Holz zu verschüren?

Fürs Protokoll und damit der Bertel was dazulernt:
1 Ster = 0,7 cbm.
Sorry Franziska, vorgestern hab' ich auch gespalten, gestern nachdem die Reihe Buche fertig war noch einige Ster Fichte. Von verbrennen habe ich aber nichts geschrieben, soviel Holz kann ich in 10 Jahren nicht verschüren.

Mit der Waldwirtschaft vom Pflanzen her kenne ich mich noch nicht so aus, weiß nur, dass die frühen Verbisschäden das Holz später schlecht spalten lassen. Buche ist zum Heizen am Markt auch mehr gefragt wie Fichte, eventuell auch deshalb eine vermehrte Anpflanzung von Buchen? Es geht ja auch darum das Holz möglichst gut zu verkaufen, Waldwirtschaft hat wohl auch was mit "Wirtschaft" zu tun?

P.s.: Danke für die Nachhilfe! Anstoss
Werde es nachher gleich mal verkünden, dass ich was dazugelernt habe. Heute gibts hoffentlich nicht wieder Fichte! Puke
Bertel! Du Spalter! Icon_mrgreen
Und was trinkt der Bertel beim Spalten?

Richtig! Ein --->

Gulp

@Franziska:
Du hast den Titel falsch genannt, müßte richtig heißen:

Wenn der Bertel Brennholz spaltet...

Edith fragt:
Wer ist jetzt eigentlich der Spalter? Das Ding, welches an der Zapfwelle vom Bulldog hängt, oder der Mensch, der das Teil bedient?
Wieviel Umdrehungen hat das denn? Anstoss
wieso hackt jemand Holz kaputt, der tiere....
ach was frag ich eigentlich Fechten
(26.06.2010 02:27)Clownie schrieb: [ -> ]wieso hackt jemand Holz kaputt, ....

Die Verwendung des Spalters erübrigt das Hacken. Außerdem was heißt "kaputt"? Der Baum ist kaputt, wenn umgesägt. Wenn das Holz dann Heizzwecken dienen soll, muß es erst zerkleinert werden, sonst geht der Ofen kaputt, wenn man mit Gewalt versucht zu gro0e Brocken hineinzuschieben.

Übrigens @ Franzi: Da Du hier ja einen Bildungsauftrag hast, könntest Du bitte erklären, ob Deine Berechnungszahl Festmeter -> Ster eine fixe Konstante ist oder variabel, je nach Art des Holzes, Größe der Scheite. Nachdem ich nach der Arbeit mein Tagwerk betrachte, kann ich einfach nachmessen wieviel Ster ich geschafft habe, ohne umrechnen zu müssen.

Ach ja, und wie groß ist ein Tagwerk? Weiß vielleicht auch noch jemand nicht
Also fasse ich zusammen: Wenn man Spalter hat braucht man keine Hacker Wink
Und heee: Ich hab schon wieder mal kein WM Spiel gesehen. Und das in Folge seit 1966 :-)
Mein Nachbar hat mir grade einen Cocktail gemacht und nun habbich auch ne Fahne.
(27.06.2010 17:33)bertel schrieb: [ -> ]...könntest Du bitte erklären, ob Deine Berechnungszahl Festmeter -> Ster eine fixe Konstante ist oder variabel, je nach Art des Holzes, Größe der Scheite.

1 Ster (0,7 cbm) ist 1 x 1 x 1 m eingeschlichtetes Holz.
Also mit Holraum dazwischen. Die Holzart spielt dabei überhaupt
keine Rolle.

(27.06.2010 17:33)bertel schrieb: [ -> ]Ach ja, und wie groß ist ein Tagwerk? Weiß vielleicht auch noch jemand nicht

Wenn ich mich richtig erinnere. Als ein Tagwerk bezeichnet man die
Fläche, welche als Tageswerk mit einem Ochsengespann zum Ackern
geschafft wurde. 1 ha. sind (abgerundete) 3 Tagwerk.
(01.06.2010 22:47)Franziska schrieb: [ -> ]Fürs Protokoll und damit der Bertel was dazulernt:
1 Ster = 0,7 cbm.
Ja extra damit der dumme Bertel etwas lernt, hat er ja auch gefragt:

(28.06.2010 07:24)Franziska schrieb: [ -> ]
(27.06.2010 17:33)bertel schrieb: [ -> ]...könntest Du bitte erklären, ob Deine Berechnungszahl Festmeter -> Ster eine fixe Konstante ist oder variabel, je nach Art des Holzes, Größe der Scheite.

1 Ster (0,7 cbm) ist 1 x 1 x 1 m eingeschlichtetes Holz.
Also mit Holraum dazwischen. Die Holzart spielt dabei überhaupt
keine Rolle.

Dass ein Ster 1 x 1 x 1 m eingeschlichtetes Holz ist, das war mir klar. Nur der Umrechnungswert von Festmetern zu Raummeter ist mir doch etwas vage und ich habe vermutet, dass es sich hierbei um einen cirka-Wert handelt. Auch meinte ich bisher, dass sich aus einem Festmeter entsprechend der Holzart unterschiedliche Raummeter ergeben, also der Wert für Buche und Fichte unterschiedlich ist. Aber wenn die Jägerschaft meint, dass dem nicht so ist, werden wir wohl unsere Tabellen verheizen müssen. Wieder was gelernt.
Ein Raummeter Zitroneneiskugeln ergeben genau den gleichen Festmeterwert wie ein Raummeter Schokoladeneis Kugeln.
Oder?
(05.07.2010 21:59)Henriette schrieb: [ -> ]Ein Raummeter Zitroneneiskugeln ergeben genau den gleichen Festmeterwert wie ein Raummeter Schokoladeneis Kugeln.
Oder?

Diese Frage wurde nicht ohne Heimtücke gestellt. Der Rauminhalt
ist ganz bestimmt nicht der selbe. Das liegt am spezifischen
Gewicht vom Zintroneneis und dem Lufteinschlag (nennt man das so?) beim Milcheis.
Aber so ist es ja irgendwie immer, wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht.

Edith meint noch, der Rauminhalt könnte trotzdem gleich sein. Wobei in die
Betrachtung noch der Anteil von Zitron- und Schokoladenstücken bedacht werden muss.
Eine Frage von beinahe akademischen Ausmaßes.
Noch mehr dumme Fragen:

@ Bertel. Waren die zu spaltenden Stücke jeweils ein Meter lang, also konnte man 1 Ster (1x1x1) richtig berechnen?

Und wie hast du es dann gestapelt?

@Franziska: Ster oder Raummeter ist vor dem Spalten, danach ist es wohl irgendwas anderes. Wir haben den Stapel der kürzeren Stücke Brennholz einfach in Länge und Höhe gemesssen (Klafter). Spalter gabs (bei uns) noch nicht, allenfalls Spaltkeile.
2 Links, 2 rechts, 1 fallen lassen? Smile
Ster

1 Ster = 1 Raumeter
1 cbm aufgeschichtetes Holz mit leeren Zwischenräumen
= ca. 0,70 Festmeter

Festmeter

1 Festmeter = 1 cbm feste Hoolzmasse für die Messung von Langnutzholz

Klafter

1 Klafter = 3,12 cbm (Brennholz mit leeren Zwischenräumen)
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