01.06.2010, 22:47
...nimmt er dann nicht auch Tierleid billigend in Kauf?
Als ich gestern las, dass du 10 Ster Buchenholz gespalten hast, musste
ich an meine aktuelle Situation denken.
Na ja, es ist mehr die aktuelle Situation bei mir im Wald. Aber irgendwie gehört sich das zusammen.
Und natürlich ist obige Frage augenzwinkernd gemeint. Aber ein Denkanstoß sollte es schon sein.
Der Klimawandel und der damit verbundene Waldumbau ist ja ein ganz großes Thema.
Weil sich die Buche bei mir im Revier nicht verjüngt (Hauptbaumart ist Fichte), wurden dieses Jahr
10 ha. Buchen aus der Baumschule gepflanzt.
Diese Pflanzen sind bis in die Spitzen mit Stickstoff angereichert.
Das hat seinen guten Grund. Sie sollen schließlich zügig anwurzeln
und möglichst schnell aus dem Äserbereich vom Wild herauswachsen.
Für unsere heimische Wildarten, allen voran die Rehe, ist es ein
ganz besonders schmackhafter Leckerbissen, die jungen Buchenknospen
abzukanppern.
Das hat zur Folge, dass die Pflanzen anstatt zu mächtigen Buchen heranzuwachsen, Zwiesel bilden und Verbuschen.
Es gibt zwei (eigentlich drei) Möglichkeiten die Pflanzen wirkungsvoll vor Verbiss zu schützen.
ad. 1) Die Fläche wird gezäunt
ad. 2) Die Fläche wird straff bejagt
ad. 3) Es werden Wildlinge gezogen (die dritte Möglichkeit)
Die erste Möglichkeit kostet richtig viel Geld. Die in Rede stehende Fläche
zu zäunen schlägt mit ca. 30tsd. Euro ins Kontor.
Zäunen bedeutet die Verkleinerung von Lebensraum vom Wild.
Für den Revierinhaber mag das noch eine Überlegung sein. Für den
Waldbesitzer eher nicht. Der Waldbesitzer sieht als Wirtschaftsbetrieb die Kosten.
Über den wirtschaftlichen Nutzen, den spätere Generationen aus den Buchen ziehen werden,
spekuliere ich an dieser Stelle nicht.
Die zweite Möglichkeit kostet erst einmal kein Geld. Im Gegenteil,
der Revierinhaber bezahlt sogar dafür, Jagd ausüben zu dürfen.
Aber es kommt noch viel besser. Wenn vertraglich nichts anderes vereinbart ist,
bezahlt der Revierinhaber sogar noch den entstandenen Schaden, den das Wild durch Verbiss verursacht hat.
Im gesetzlichen Wildschadenersatz ist das alles pikobello geregelt.
Die dritte Möglichkeit läuft meisst flankierend zu der Pflanzaktion mit
den Baumschulpflanzen und spielt erst mittelfristig eine Rolle.
Um die Kosten durch Zäunung zu vermeiden wird im ersten Schritt der
Jagdausübungsberechtigte in die Verantwortung genommen.
Er steht in der Verpflichtung, Schaden von der Forstwirtschaft abzuwenden.
Wenn das nicht klappt, wird er im zweiten Schritt zur Kasse gebeten.
Was macht nun der Jagdausübungsberechtigte? Um diese Buchenpflanzen zu schützen? Im Prinzip will er ja AUCH seinen
Geldbeutel schützen.
Ganz klar. Er erhöht den Jagddruck. Er entnimmt Wild aus der Wildbahn.
Nur damit irgend ein Bertel, in sagen wir mal in 40 Jahren, seine 10 Ster Holz spalten kann.
Mir stellt sich jetzt die Frage, ist es vegan Holz zu verschüren?
Fürs Protokoll und damit der Bertel was dazulernt:
1 Ster = 0,7 cbm.
(31.05.2010 19:59)bertel schrieb: [ -> ]Ach, ich hab heute Nachmittag über 10 Ster Buche gespalten...
Als ich gestern las, dass du 10 Ster Buchenholz gespalten hast, musste
ich an meine aktuelle Situation denken.
Na ja, es ist mehr die aktuelle Situation bei mir im Wald. Aber irgendwie gehört sich das zusammen.
Und natürlich ist obige Frage augenzwinkernd gemeint. Aber ein Denkanstoß sollte es schon sein.
Der Klimawandel und der damit verbundene Waldumbau ist ja ein ganz großes Thema.
Weil sich die Buche bei mir im Revier nicht verjüngt (Hauptbaumart ist Fichte), wurden dieses Jahr
10 ha. Buchen aus der Baumschule gepflanzt.
Diese Pflanzen sind bis in die Spitzen mit Stickstoff angereichert.
Das hat seinen guten Grund. Sie sollen schließlich zügig anwurzeln
und möglichst schnell aus dem Äserbereich vom Wild herauswachsen.
Für unsere heimische Wildarten, allen voran die Rehe, ist es ein
ganz besonders schmackhafter Leckerbissen, die jungen Buchenknospen
abzukanppern.
Das hat zur Folge, dass die Pflanzen anstatt zu mächtigen Buchen heranzuwachsen, Zwiesel bilden und Verbuschen.
Es gibt zwei (eigentlich drei) Möglichkeiten die Pflanzen wirkungsvoll vor Verbiss zu schützen.
ad. 1) Die Fläche wird gezäunt
ad. 2) Die Fläche wird straff bejagt
ad. 3) Es werden Wildlinge gezogen (die dritte Möglichkeit)
Die erste Möglichkeit kostet richtig viel Geld. Die in Rede stehende Fläche
zu zäunen schlägt mit ca. 30tsd. Euro ins Kontor.
Zäunen bedeutet die Verkleinerung von Lebensraum vom Wild.
Für den Revierinhaber mag das noch eine Überlegung sein. Für den
Waldbesitzer eher nicht. Der Waldbesitzer sieht als Wirtschaftsbetrieb die Kosten.
Über den wirtschaftlichen Nutzen, den spätere Generationen aus den Buchen ziehen werden,
spekuliere ich an dieser Stelle nicht.
Die zweite Möglichkeit kostet erst einmal kein Geld. Im Gegenteil,
der Revierinhaber bezahlt sogar dafür, Jagd ausüben zu dürfen.
Aber es kommt noch viel besser. Wenn vertraglich nichts anderes vereinbart ist,
bezahlt der Revierinhaber sogar noch den entstandenen Schaden, den das Wild durch Verbiss verursacht hat.
Im gesetzlichen Wildschadenersatz ist das alles pikobello geregelt.
Die dritte Möglichkeit läuft meisst flankierend zu der Pflanzaktion mit
den Baumschulpflanzen und spielt erst mittelfristig eine Rolle.
Um die Kosten durch Zäunung zu vermeiden wird im ersten Schritt der
Jagdausübungsberechtigte in die Verantwortung genommen.
Er steht in der Verpflichtung, Schaden von der Forstwirtschaft abzuwenden.
Wenn das nicht klappt, wird er im zweiten Schritt zur Kasse gebeten.
Was macht nun der Jagdausübungsberechtigte? Um diese Buchenpflanzen zu schützen? Im Prinzip will er ja AUCH seinen
Geldbeutel schützen.
Ganz klar. Er erhöht den Jagddruck. Er entnimmt Wild aus der Wildbahn.
Nur damit irgend ein Bertel, in sagen wir mal in 40 Jahren, seine 10 Ster Holz spalten kann.
Mir stellt sich jetzt die Frage, ist es vegan Holz zu verschüren?
Fürs Protokoll und damit der Bertel was dazulernt:
1 Ster = 0,7 cbm.





