Tierrechtsforen

Normale Version: Jagd kommt teuer zu stehen
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Nachdem hier immer wieder mal die Schweiz als Beispiel für ein erfolgreiches Umsetzen von Jagdverbot ins Feld geführt wird, fand ich diese Kurzmeldung interessant:

Nach einer Volksabstimmung im Jahr 1974 war die Jagd im Kanton Genf für "normale" Jäger verboten worden. Diese wird heute von insgesamt 16 Berufsjägern ausgeübt, um den Wildschäden insbesondere durchs Schwarzwild Herr zu werden. Allein die Nachtabschüsse kosteten dem Staat im verganenen Jahr 400.000 Schweizer Franken. Aus diesem Grund wird nun geprüft, ob die "Normaljagd" durch eine Verfassungsänderung wieder zugelassen werden kann.

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Hm... Ich habe mir dazu mal das BIP der Schweiz angeguckt. Die Volkswirtschaft hat in 2009 einen Überschuss von 2,7 Milliarden Schweizer Franken erwirtschaftet. Werden die Jungs jetzt wegen der 400tsd. knauserig?
...die mathematik hat dich gerade so richtig vorgeführt....den ausgegebenen 400 tsd franken stehen ja nicht NUR die nicht ausgabe des geldes, sondern nicht zu leistende schadensersatzzahlungen, kosten für fütterung der wildschweine...in 2005 waren das mal 8 tonnen mais(grotesk?!)....
die einnahmen aus pacht oder lizenzgebühren, steuern auf wildbretverkauf...usw...usw entgegen....
die summe wird sich noch ein ganz klein wenig erhöhen....
und die gesamte differenz sieht dann schon ganz ansehnlich aus....
zudem steht dem staat NICHT das BIP in seiner gänze zur verfügung...ich denke, das ist auch klar?!
die finanzen des kanton genf, bzw der jährliche haushalt dürften hier deutlich interessanter sein.
Dein Beitrag hat mich jetzt schmunzeln lassen. Die Kosten von 8 to. Mais auf 279,4 km² dürften zu vernachlässigen sein. Viel spannender ist dein Hinweis auf die konkrete Haushaltslage des Kantons Genf. Hier konnte ich im Netz leider keine brauchbaren Zahlen finden. Insgesamt stimme ich dir aber zu. Die angegebenen 400tsd. Franken sehe ich bestenfalls als Sockelbetrag an. Der dortigen Volkswirtschaft entsteht ganz bestimmt ein deutlich höherer Schaden.
dann zieh mal von der fläche, die bebaute fläche ab....und dann überlege dazu, das man mit miesesten mitteln gegen die sauen "kämpft", sie dann aber füttert....ich dachte bisher, sowas tun nur die bösen trophäenjäger aus deutschland...wo doch genf als leuchtendes beispiel für die abschaffung der jagd angeführt wird, wo immer es nur geht....
und du schreibst ja zu recht, das dies NUR die ausgaben für die nachtjad sind...da dürften also noch ganz andere kosten anfallen, die die differenz zwischen jagd und schädlngsbekämpfung noch grösser ausfallen lassen.
(28.04.2010 23:02)greenlantern schrieb: [ -> ]...und du schreibst ja zu recht, das dies NUR die ausgaben für die nachtjad sind...da dürften also noch ganz andere kosten anfallen, die die differenz zwischen jagd und schädlngsbekämpfung noch grösser ausfallen lassen.

Wobei mich interessieren würde, welcher Stundensatz in Rechnung gestellt wird.

Wenn ich einmal ganz viel Zeit habe, rechne ich den Deckunsbeitrag
meines eigenen Jagdbetriebes. Ich kann mir gut vorstellen, das mich
dabei die tatsächliche Höhe des absoluten Fehlbetrages richtig überraschen wird.
Bis gerade eben 105 Ansichten und keine weitere Meinung?

Ach komm...
Meinst Du sie sollten besser Lizenzen bzw. Patente verkaufen? Das würde natürlich dann Geld in den Staatssäckel bringen. Ob für die Tierwelt die bessere Lösung sei mal dahingestellt.

Holländer sollen sehr gute Kunden sein habe ich gehört.
(29.04.2010 23:56)bertel schrieb: [ -> ]Meinst Du sie sollten besser Lizenzen bzw. Patente verkaufen? Das würde natürlich dann Geld in den Staatssäckel bringen. Ob für die Tierwelt die bessere Lösung sei mal dahingestellt.

Holländer sollen sehr gute Kunden sein habe ich gehört.

ich würde gar keine Tiere mehr schießen. Das erledigt dann für uns der Straßenverkehr. Somit können sie dann wenigstens nicht mehr gegessen werden und fliegen in den Busch für Fuchs Krähe und Greifvögel.
Gerade wieder mal aktuell in den Nachrichten gewesen das Thema "Wildunfälle".
Die ließen sich natürlich auch vermeiden - einfach die dummen Zweibeiner umsiedeln. WinkBig Grin
(30.04.2010 08:55)Der lachende Hans schrieb: [ -> ]Gerade wieder mal aktuell in den Nachrichten gewesen das Thema "Wildunfälle".
Die ließen sich natürlich auch vermeiden - einfach die dummen Zweibeiner umsiedeln. WinkBig Grin

Ach was. Analog zum Waffenrecht eine Bedarfsprüfung einführen... mit gesetzlich beschränkter Genehmigungen zum Führen (Auto darf nur auf dem Weg zur Arbeit geführt werden; Fahrtkorridor wird ausgewiesen). Reicht schon... Cool
(30.04.2010 08:55)Der lachende Hans schrieb: [ -> ]Blabla - einfach die dummen Zweibeiner umsiedeln. WinkBig Grin

Lieber Hans,

kannst Du mir mal sagen, weshalb Du auf meinen Beitrag mit dem Blabla geantwortet hast? Die Alternative zur Staatsjagd wäre ja Lizenzjagd, was sehe ich da falsch? Bitte klär mich auf.
weil du grosser jagdsachverständiger mal wieder geflissentlich übersiehst, das in D z.b. und in einigen kantonen der schweiz der landbesitzer der jagdrechtsinhaber ist, und somit auch das geld aus der pacht kassiert....
warum soll das in genf NICHT gehen???
(30.04.2010 11:05)bertel schrieb: [ -> ]
(30.04.2010 08:55)Der lachende Hans schrieb: [ -> ]Blabla - einfach die dummen Zweibeiner umsiedeln. WinkBig Grin

Lieber Hans,

kannst Du mir mal sagen, weshalb Du auf meinen Beitrag mit dem Blabla geantwortet hast? Die Alternative zur Staatsjagd wäre ja Lizenzjagd, was sehe ich da falsch? Bitte klär mich auf.

seit wann bist DU denn für die Jagd???? Schock

mögliche Arten der Durchführung:

Reviersystem

Einzelabschüsse (Lizenzen)

als Aufgabe des Staates durch Forstbeamte (was man neuerdings nicht mehr möchte weil dann die Pachteinnahmen wegfallen)

gar nicht mehr jagen......(und sie z.B. alle auf der Straße plattmachen)

such dir was aus...

Aber Lizenzjagd bedeutet in 1. Linie nichts mehr mit der Natur am Hut zu haben, keine Revierarbeiten, keine Biotopverbesserungen usw. einfach nur Kohle hinblättern, rausfahren und was umlegen! Käme dann deinem Vorwurf von Lusttöten am nächsten.

UND DAS WILLST DU BEFÜRWORTEN?????

Bertel ich kenn dich ja gar nicht wieder, war was schlimmes am WE??

Und jetzt nochmal blablabla... Ich bin der erste der dafür wäre die dämlichen Zweibeiner umzusiedeln wenn wir dafür einen Yellowston Nationalpark bekämen. Immer natürlich vorausgesetzt ich fall da nicht drunter. Aber z.B. aus Hamburg eine Kiefernschonung zu machen wäre sehr positiv und zu begrüßen! (eine Landesregierung würde wegfallen und eine Großstadt als Brutstätte für Verbrechen)
Du bist doch was vegane Ernährung betrifft sonst nicht so zimperlich mit utopischen Vorstellungen - gewöhn dich einfach mal daran das ihr nicht die einzigen Spinner seid. Das ist sicher noch zu toppen.WinkBig GrinBig Grin
(29.04.2010 23:56)bertel schrieb: [ -> ]...

Deine Frage passt sehr gut zu einer im Moment sehr aktuellen Diskussion, die bei uns in Deutschland geführt wird. Wenn es dir recht ist, übertrage ich deine Frage auf deutsche Verhältnisse.

Doch bevor ich darauf näher eingehe, möchte ich zum besseren Verständnis unser Deutsches Reviersystem etwas näher vorstellen.

Ich gehe dabei nicht ganz bis ins letzte Detail, damit es allgemein verständlicher bleibt.

Bei uns in Deutschland ist das Jagdrecht unmittelbar mit dem Eigentum an Grund und Boden verbunden.

Das bedeutet, dass der Grundstückseigentümer der Inhaber des Jagdrechtes ist.

Die Grundstückseigentümer sind als Gemeinschaft in einer sogen. Jagdgenossenschaft zusammengeschlossen, deren Fläche wenigstens die im jeweiligen Landesjagdgesetz vorgeschriebene Mindestgröße haben muss.

Aus dem Grund spricht man von einer Genossenschafts- bzw. Gemeinschaftsjagd.

Die Jagdgenossen könen für sich entscheiden ob:

- sie ihr Jagdrecht selbst ausüben wollen.
- sie ihr Jagdrecht vergeben (verpachten) wollen.
- sie ihr Jagdrecht ruhen lassen wollen.

Dazu bedarf es einer Entscheidung, die per Abstimmung in der Jagdgenossenschaftversammlung gefällt wird. Dabei werden Flächen und Stimmen in einen bestimmten Verhältnis gezählt.

Ausnahme zur Zwangsmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft ist der Eigenjagdbesitzer, der wenigstens die im jeweiligen Landesjagdgesetz vorgeschriebene Fläche für Eigenjagd als Eigentümer eingetragen haben muss.

In meinen weitern Ausführungen bleibe ich bei den Jagdgenossen. Die repräsentieren in Deutschland die größte bejagbare Fläche.

Im Normalfall werden sich die Jagdgenossen dazu entscheiden, ihr Jagdrecht an einen Jagdausübungsberechtigten zu vergeben. Dieser Jagdausübungsberechtigte (= Jäger) pachtet von den Jagdgenossen das Jagdrecht ab. Und zwar wenigstens (in der 1. Periode) für 9 Jahre für ein Niederwildrevier oder für 12 Jahre für ein Hochwildrevier.

Der Vorteil vom Reviersystem ist die Kontiunierlichkeit und die sich für alle Beteiligten erwachsende Planbarkeit. Der Nachteil vom Reviersystem ist die relativ lange Vertragsbindung, die im Normalfall keine Ausstiegsklausel enthält.

(29.04.2010 23:56)bertel schrieb: [ -> ]Meinst Du sie sollten besser Lizenzen bzw. Patente verkaufen?

Es komt ganz darauf an, was der erklärte Wille der Mehrheit der Jagdgenossenschaft ist.

Wollen sie Wald mit Wild, dann hat ganz bestimmt das bewähre Reviersystem mit seinen Regelungen hinsichtlich des Wildschadens seine Vorteile.

Wollen sie Wald vor Wild, dann sind sie mit dem Lizensystem gut beraten.
Wobei das Lizensystem eben keine Kontinuierlichkeit und auch keine besondere Planbarkeit aufweist. Der Wildschaden ist ihr eigenes Risiko.

Nach wenigen Jahren wird es schwierig werden, Lizenzen für ausgeschossene Jagden an den Jäger zu bringen. Die Jagdgenossen müssen sich dann entweder selbst um den Wildschaden kümmern, oder jemanden anstellen, der das für sie erledigt.

Genau genommen, leistet der Jagdpächter einen Dienst an die Allgemeinheit. Zusätzlich bezahlt aus eigener Tasche für eine Dienstleistung, die er für Dritte ausführt.

Soweit dazu.
@greenlantern:
Welches Jagdsystem war im Kanton Genf vor der Staatsjagd? Wo liegen die Kantone, in denen es Revierjagd gibt? Welche Jagd wird folglich stattfinden, wenn die Staatsjagd abgeschafft - und die alten Verhältnisse wieder hergestellt werden?

Ähnliches bei Hans:
(30.04.2010 14:03)Der lachende Hans schrieb: [ -> ]
(30.04.2010 11:05)bertel schrieb: [ -> ]Lieber Hans,

kannst Du mir mal sagen, weshalb Du auf meinen Beitrag mit dem Blabla geantwortet hast? Die Alternative zur Staatsjagd wäre ja Lizenzjagd, was sehe ich da falsch? Bitte klär mich auf.

seit wann bist DU denn für die Jagd???? Schock
Wie kommst Du darauf? Wo habe ich das oder ähnliches geschrieben?

(30.04.2010 14:03)Der lachende Hans schrieb: [ -> ]mögliche Arten der Durchführung:

Reviersystem
Wie an greenlantern geantwortet, in diesem Teil der Schweiz unüblich.

(30.04.2010 14:03)Der lachende Hans schrieb: [ -> ]Einzelabschüsse (Lizenzen)
darauf wird es dann hinauslaufen, wenn die Staatsjagd abgeschafft wird.

(30.04.2010 14:03)Der lachende Hans schrieb: [ -> ]als Aufgabe des Staates durch Forstbeamte (was man neuerdings nicht mehr möchte weil dann die Pachteinnahmen wegfallen)
Das wäre die Beibehaltung des status quo, der ja auch kritisiert wurde.

(30.04.2010 14:03)Der lachende Hans schrieb: [ -> ]Aber Lizenzjagd bedeutet in 1. Linie nichts mehr mit der Natur am Hut zu haben, keine Revierarbeiten, keine Biotopverbesserungen usw. einfach nur Kohle hinblättern, rausfahren und was umlegen! Käme dann deinem Vorwurf von Lusttöten am nächsten.
Ebend, und das wäre dann genau das, was passieren würde, würde man von dem derzeitigen System wieder abkommen. Wollt ihr das?

(30.04.2010 14:03)Der lachende Hans schrieb: [ -> ]UND DAS WILLST DU BEFÜRWORTEN?????
Nein, ich stellte nur fest, das das dann die logische Alternative wäre. Ich will das nicht, ich wollte wissen ob ihr das befürwortet.

(30.04.2010 14:03)Der lachende Hans schrieb: [ -> ]Bertel ich kenn dich ja gar nicht wieder, war was schlimmes am WE??
Habe ich mich mißverständlich ausgedrückt? Sorry.

(30.04.2010 14:03)Der lachende Hans schrieb: [ -> ]Und jetzt nochmal blablabla... Ich bin der erste der dafür wäre die dämlichen Zweibeiner umzusiedeln ... - gewöhn dich einfach mal daran das ihr nicht die einzigen Spinner seid. Das ist sicher noch zu toppen.WinkBig GrinBig Grin
Is ja gut, willst jetzt Jägermupfi spielen? Schock Big Grin



(30.04.2010 17:31)Franziska schrieb: [ -> ]
(29.04.2010 23:56)bertel schrieb: [ -> ]...

Deine Frage passt sehr gut zu einer im Moment sehr aktuellen Diskussion, die bei uns in Deutschland geführt wird.
Yeah, jemand wo mich verstanden . . . und sogar ertappt hat! Cool

(30.04.2010 17:31)Franziska schrieb: [ -> ]Wenn es dir recht ist, übertrage ich deine Frage auf deutsche Verhältnisse.
Von der Erklärung her in Ordnung, nur glaube ich nicht, dass man auch einfach das deutsche (und deutsch-schweizer) System dort aufpfropfen kann. Im Augenblick scheint ja eher die Gefahr, dass bei uns Lizenzjagden vermehrt eingeführt werden, weil die kurzfristig mehr Geld in die Kassen spülen oder sehe ich das falsch? Ich bin ja kein Jäger, kann mir aber vorstellen, dass heutige Jagdgenossen anders denken als die vor 100 Jahren, da wurde noch eher über Generationen gedacht als an schnellen Profit (Wie überhaupt im Geschäftsleben).
(30.04.2010 17:31)Franziska schrieb: [ -> ]Aus dem Grund spricht man von einer Genossenschafts- bzw. Gemeinschaftsjagd.

Die Jagdgenossen könen für sich entscheiden ob:

- sie ihr Jagdrecht selbst ausüben wollen.

das geht nur wenn sie im Besitz eines gültigen Jagdscheins sind

Zitat:- sie ihr Jagdrecht vergeben (verpachten) wollen.

OK

Zitat:- sie ihr Jagdrecht ruhen lassen wollen.

das geht meines Wissens nicht. Es muß gejagdt werden, andernfalls schickt die Untere Jagdbehörde einen Berufsjäger den die Genossen bezahlen müssen. Sollte ich mich irren, bitte um Aufklärung!
Es hat ja schon Prozesse gegeben wo div. Naturschützer ihre Grundflächen aus der Jagd rausnehmen wollten.
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