01.01.2010, 01:45
Ein paar Gedanken zum "Tierparadies Gut Aiderbichl"
Es war gerade Weihnachten und es wurde in diesem Laden wieder kräftig Kasse gemacht. Wenn man sieht, mit welchem Budget andere Heime oder Höfe auskommen müssen, und wie dort über deftige Eintrittsgelder, Gastronomie, Souvenierverkauf, Mitglied- und Patenschaften, Spendensammlerei und dann noch die Einnahmen für Medienshows e.t.c. das Geld reinfließt, dann fragt man sich, ob es da wirklich nur um das Wohl der Tiere geht. Ganz klar scheint sich der Betreiber dieses Zoos in seiner Rolle als oberster Tierschützer oder "Anwalt für die Tiere" sehr zu gefallen und er genießt die mediale Aufmerksamkeit und mit den Promis zusammen zu sein. Für die Promis ist eine Patenschaft und ein Auftritt dort gut für das "soziale Image" und somit eine werbetechnisch sinnvolle Investition. Man kommt mal wieder in die Schlagzeisen und das im positiven Sinn. Und es sonnt sich nicht nur die Prominenz im Glanz, den dieser kitschig-gefühlsduselige Themenpark verbreitet, es gibt wohl sogar Tierrechtlerinnen und / oder Tierrechtler, die sich eventuell etwas versprechen. So gelesen die gute Silke Ruthenberg, die zusammen mit Herrn Aufhauser im Oktober 2006 in der Sendung "Nachtcafe", Titel: "Tierische Begegnungen" auftrat und resümierte:
Ja, die Menschen richten sich in Mittelmäßigkeit mit guten Gewissen ein, während die Tiere dem Gefühl dienen, um von den Menschen zum streicheln da zu sein und als Darsteller für das "Grippenspiel" zu dienen. Der Schmerz, das Elend geht weiter, aber das ist im verborgenen.
So sonnt sich alles in Aufmerksamkeit und vor allem im Gefühl etwas tolles zu tun, während die Tiere eher Staffage hinter der großen Registrierkasse sind. Ich habe in einem Elternforum einen Thread gefunden in dem Besucher ihre Eindrücke wiedergaben, zur Frage ob der tierparkeigene Weihnachtsmarkt zu empfehlen sei:
So scheint dieses Spektakel sogar bei etlichen ganz normalen Besuchern als "Abzocke" empfunden zu werden. Man findet aber auch andere Stimmen, besonders in Pferde- und Heimtierforen, die das ganz toll finden, daß da so viele Tiere zum Liebhaben und streicheln sind, vor allem kleine Mädchen. So hat der Hof keine Probleme neben dem festen Stammpersonal aus einem großen Reservoir billiger Praktikantinnen und Praktikanten schöpfen zu können.
Die Fassade sieht ja toll aus, aber manch einer fragt sich, ob es wirklich so tiergerecht ist, was da passiert, die Platzverhältnisse ziemlich bescheiden, auch im Vergleich zu manch einem "normalen" landwirtschaftlichen Betrieb und dann die enormen Störungen, die Unruhe durch die Touristenströme, außerhalb der Öffnungszeiten auch noch Stress mit Filmaufnahmen. Somit kommt es eben zu dem Anschein, daß es hauptsächlich ums Geld geht, natürlich auch durch die hohen Preise und die ständige Spendenbettlerei.
Das Boulevardblatt "FREIZEITWOCHE" titelte gar am 31.03.2008:
Gaukelt Tierschützer Michael Aufhauser Tierliebe vor? und schreibt:
In der medialen Öffentlichkeit wird das aber kaum wahrgenommen, auch hier wiegt es mehr, daß man mit dem Mitleid Quoten erzielt und Geld verdienen kann. So wird es so gut wie gar nicht hinterfragt, was sich wirklich hinter den Kulissen abspielt. Wichtig ist, daß das Bühnenbild stimmt, die Show ankommt. Der Schein ist wichtig, das Sein interessiert wenn, dann nur peripher. So interessiert es auch nicht wirklich, ob das Ganze nun ein Gnadenhof oder ein gewerblicher Tierpark ist. Und es ist ja wirklich so: Der Hof, der ursprünglich als (Gnaden-)hof, also landwirtschaftlicher Betrieb angemeldet war, soll umdeklariert werden, nämlich zu einem Tierpark:
Insbesondere die hohe Verkehrsbelastung sorgt für Unmut in der Region:
Auch Landwirte sehen es kritisch und fragen ob es denn wirklich Tierliebe sei, wenn man schwer kranke Tiere nicht sterben läßt, sie leiden läßt und mit Medikamente vollstopft. Man kann in einem Forum für Landwirte die Meinungen dazu nachlesen:
http://www.agrarweb.at/index.php?topic=1660.0
Natürlich bringt ein Tier welches verstirbt kein Geld mehr durch Patenschaften ein. Und es ist auch besonders medienwirksam, besonders schlimm geschundene Tiere vorführen zu können, die aus den Fängen der "bösen Landwirtschaft" befreit wurden. Aber als so schlimm wird die Viehhaltung gar nicht angesehen, bis vor kurzer Zeit gab es sogar noch Fleisch in der Gastronomie des Freizeitparks. Wohl aufgrund erheblicher Proteste, gibt es inzwischen "vegetarisch", die Herkunft der Zutaten ist meines Wissens ungewiss (konventionell). Jeder Geschäftsmann weiß: "Im Einkauf liegt der Gewinn". Und manchmal muß halt einfach die Ethik dem Profit weichen. Und der Tierretter Aufhauser, der Tiere medienwirksam vor dem Schlachter rettet hat marketingstrategisch auch gar nichts gegen den Fleischkonsum. Lasse ich ihn selbst zu Wort kommen:
Fleisch mit Qualitätssiegel von Gut Aiderbichel? Ja Mahlzeit. Dann frage ich mich ja nur, wieso nicht gleich auf dem Gut ein Vorzeige-Muster-Schlachthof errichtet wird, in dem die Familien mit ihren Kleinen hygienisch einwandfrei hinter Glasscheiben zugucken können wie das süße Knuddel-Hühott den Bolzenschuß bekommt und sachgerecht von fachkundigen Spezialisten zerlegt wird. Anschließend könnte man dann das Hühott vakumiert, eingedost oder im eigenen Darm kaufen und mit heim nehmen. Aber das kann Herr Aufhauser natürlich nicht tun, denn dann würde ja seine "Integrität angezweifelt". Es geht also nicht um die eigene Überzeugung, sondern um das Bild nach außen. Die Maske muß passen, das ist alles.
Ich selbst setze mich schon auch dafür ein, daß wenn schon "Fleisch produziert" wird, die Tiere wenigstens anständig gehalten werden. Aber den Fleischkonsum zu propagieren und schönzureden ist genau das Gegenteil von dem, was Herr Aufhauser eigentlich angeblich erreichen möchte, nämlich etwas "für die Würde des Tieres" zu schaffen. So bleibt das Tier ein Produkt, ein Rohstoff, genauso wie im Zoo als Ausstellungsobjekt um Besucher anzuziehen. Nicht einmal die Möglichkeit durch die mediale Aufmerksamkeit etwas erreichen zu können, dadurch, daß man die Tierausnutzung generell in Frage stellt, und sei es nur sehr vorsichtig und durch eigenes Beispiel (z.B. in der eigenen Gastronomie durch das Angebot von tierleidfreien Gerichten) wird genutzt. Aber damit würde ja vielleicht das eigene Konzept in Frage gestellt, oder die Medien wären zurückhaltender.
Menschen wirklich zum Umdenken zu bringen, ihre Konsumgewohnheiten zu überdenken und zu verändern, davon ist dieses Konzept meilenweit entfernt, wenn das je ein Anliegen hätte sein sollen.
Fazit: Was bringt der Tierpark?
Dem Betreiber Pubkicity und Ansehen als "Tierschützer", den Besuchern Kurzweil, den Sendern Einschaltquoten, den Promis Beachtung und ein besseres "ethisches Ranking", den Spendern ein gutes Gewissen beim nächsten Schweinsbraten und den Tieren?
Ein an der Gesamtanzahl der Schlachttiere nicht einmal im Promillebereich zu findender Anteil der Tiere wird in diesen Park verfrachtet, manche werden vor dem Schlachter gerettet, für manche wäre das Ende der lebenserhaltenden Maßnahmen eine Erlösung, manche leben durch die tausenden grabschenden Besucher im Dauerstress. Für all die anderen Tiere in den Ställen draußen ändert sich nichts, denn das ist nicht das Thema. Wieviel Sinnvolles könnte man mit all dem Geld tun. Eigendlich schade.
Es war gerade Weihnachten und es wurde in diesem Laden wieder kräftig Kasse gemacht. Wenn man sieht, mit welchem Budget andere Heime oder Höfe auskommen müssen, und wie dort über deftige Eintrittsgelder, Gastronomie, Souvenierverkauf, Mitglied- und Patenschaften, Spendensammlerei und dann noch die Einnahmen für Medienshows e.t.c. das Geld reinfließt, dann fragt man sich, ob es da wirklich nur um das Wohl der Tiere geht. Ganz klar scheint sich der Betreiber dieses Zoos in seiner Rolle als oberster Tierschützer oder "Anwalt für die Tiere" sehr zu gefallen und er genießt die mediale Aufmerksamkeit und mit den Promis zusammen zu sein. Für die Promis ist eine Patenschaft und ein Auftritt dort gut für das "soziale Image" und somit eine werbetechnisch sinnvolle Investition. Man kommt mal wieder in die Schlagzeisen und das im positiven Sinn. Und es sonnt sich nicht nur die Prominenz im Glanz, den dieser kitschig-gefühlsduselige Themenpark verbreitet, es gibt wohl sogar Tierrechtlerinnen und / oder Tierrechtler, die sich eventuell etwas versprechen. So gelesen die gute Silke Ruthenberg, die zusammen mit Herrn Aufhauser im Oktober 2006 in der Sendung "Nachtcafe", Titel: "Tierische Begegnungen" auftrat und resümierte:
Zitat:[...]Quelle:
... dort meine ganz eigene Begegnung hatte, nämlich mit Michael Aufhauser, auf Gut Aiderbichl der bei Salzburg 700 lebensbedrohten Tieren, [...] eine prachtvolle Heimat schuf und der derzeit das Mediengeschehen rund um das Thema Tier dominiert.
Zwischen ihm und mir bzw. ANIMAL PEACE liegen Welten – scheinbar. [...] Michael Aufhauser pragmatisch, verbindlich, geschmeidig geht den Weg der kleinen Schritte. [...] Und trotzdem: wir fühlten uns verbunden, nicht durch den Weg, sondern über das Ziel. [...] Wer pragmatisch ist schafft leicht auch ein Klima, in dem sich die Menschen in Mittelmäßigkeit mit guten Gewissen einrichten, obwohl der Schmerz, das Elend weitergehen. [...] Das Ziel, dass alle Menschen es verstehen und vertreten lernen, dass auch die Tiere ein Recht auf ihr Leben haben.
Ja, die Menschen richten sich in Mittelmäßigkeit mit guten Gewissen ein, während die Tiere dem Gefühl dienen, um von den Menschen zum streicheln da zu sein und als Darsteller für das "Grippenspiel" zu dienen. Der Schmerz, das Elend geht weiter, aber das ist im verborgenen.
So sonnt sich alles in Aufmerksamkeit und vor allem im Gefühl etwas tolles zu tun, während die Tiere eher Staffage hinter der großen Registrierkasse sind. Ich habe in einem Elternforum einen Thread gefunden in dem Besucher ihre Eindrücke wiedergaben, zur Frage ob der tierparkeigene Weihnachtsmarkt zu empfehlen sei:
Zitat:- waren 1x auf gut aiderbichl. naja, was soll i sagen. total überlaufen, arme tiere, teure preise. 1x angeschaut, das reicht.Quelle:
- wir waren voriges Jahr auf Gut Aiderbichl.... nie mehr wieder!
für mich ist das eine verlogene Art der Geldmacherei... außerdem total überlaufen und überteuert... mit Tierschutz hat das in meinen Augen nicht mehr viel zu tun!
Reine Geschäftemacherei....
- meine Eltern waren voriges Jahr auf Gut Aiderbichl. Und es hat ihnen überhaupt nicht gefallen. Wie schon von anderen erwähnt, total überteuert und mit Tierschutz hat das nichts überhaupt nichts zu tun! Sondern mit Geldmacherei!
- Aiderbichl ist nur Abzocke. ...
- ich find auch dass aiderbichl völlig verzichtbar ist! klein, voll und völlig verkitscht.
- ...war auch letztes Jahr auf Gut Aiderbichl und kann ebenfalls nichts gutes davon berichten....
wie die anderen schon meinten, - extrem überlaufen und schweineteuer
So scheint dieses Spektakel sogar bei etlichen ganz normalen Besuchern als "Abzocke" empfunden zu werden. Man findet aber auch andere Stimmen, besonders in Pferde- und Heimtierforen, die das ganz toll finden, daß da so viele Tiere zum Liebhaben und streicheln sind, vor allem kleine Mädchen. So hat der Hof keine Probleme neben dem festen Stammpersonal aus einem großen Reservoir billiger Praktikantinnen und Praktikanten schöpfen zu können.
Die Fassade sieht ja toll aus, aber manch einer fragt sich, ob es wirklich so tiergerecht ist, was da passiert, die Platzverhältnisse ziemlich bescheiden, auch im Vergleich zu manch einem "normalen" landwirtschaftlichen Betrieb und dann die enormen Störungen, die Unruhe durch die Touristenströme, außerhalb der Öffnungszeiten auch noch Stress mit Filmaufnahmen. Somit kommt es eben zu dem Anschein, daß es hauptsächlich ums Geld geht, natürlich auch durch die hohen Preise und die ständige Spendenbettlerei.
Das Boulevardblatt "FREIZEITWOCHE" titelte gar am 31.03.2008:
Gaukelt Tierschützer Michael Aufhauser Tierliebe vor? und schreibt:
Zitat:Hamburg (ots) - Eigentlich ist Gut Aiderbichl in Henndorf bei Salzburg ein beschaulicher und idyllischer Ort an dem Tiere geschützt werden, doch der Schein könnte trügen. Der selbsternannte Tierdiplomat und Betreiber des Hofes, Michael Aufhauser, gerät in Kritik: Angeblich bereichere er sich am Leid der Tiere und nehme mit dem Hof nur eine Geldquelle aus.Quelle:
Jahrelang gibt der 55-Jährige eine Erbschaft seines reichen Vaters als Grundlage für sein Millionenprojekt Gut Aiderbichl an. Seine Mutter stellt diese Aussage jetzt jedoch als falsch dar. Vielmehr sei ihr Sohn mit einer sehr reichen adeligen Italienerin verheiratet gewesen, die bald nach der Hochzeit verstorben sei. Auch aus den Reihen der Politik kommen böse Vorwürfe gegen Michael Aufhauser. Der ursprünglich als landwirtschaftlicher Betrieb genehmigte Hof diene nur dem schnellen Geld durch Einnahmen aus Touristenbewirtung. Die Eintrittskosten liegen bei neun Euro für Erwachsene, eine Vereinsmitgliedschaft kostet zehn Euro im Monat und mit Tierpatenschaften nimmt Aufhauser noch mal bis zu 500 Euro im Jahr ein. Zahlreiche Prominente geben Ihr Geld und zeigen sich zusammen mit Michael Aufhauser in der Öffentlichkeit. [...]
In der medialen Öffentlichkeit wird das aber kaum wahrgenommen, auch hier wiegt es mehr, daß man mit dem Mitleid Quoten erzielt und Geld verdienen kann. So wird es so gut wie gar nicht hinterfragt, was sich wirklich hinter den Kulissen abspielt. Wichtig ist, daß das Bühnenbild stimmt, die Show ankommt. Der Schein ist wichtig, das Sein interessiert wenn, dann nur peripher. So interessiert es auch nicht wirklich, ob das Ganze nun ein Gnadenhof oder ein gewerblicher Tierpark ist. Und es ist ja wirklich so: Der Hof, der ursprünglich als (Gnaden-)hof, also landwirtschaftlicher Betrieb angemeldet war, soll umdeklariert werden, nämlich zu einem Tierpark:
Zitat:VERKEHRS-BELASTUNG 01.10.2007Quelle:
Das durch viele TV-Shows international populäre "Gut Aiderbichl" sorgt in Henndorf (Flachgau) für Diskussionen: Michael Aufhauser will seinen Bauernhof zum Tierpark erweitern. Dagegen regt sich Widerstand in der Nachbarschaft.
[...]
Tierschützer Aufhauser hat seinen Gnadenhof "Gut Aiderbichl" in Henndorf in den vergangenen Jahren zu einem - im ganzen deutschen Sprachraum - populären und lukrativen Reiseziel entwickelt, das besonders bei Bustouristen beliebt ist.
[...]
Die aktuelle Widmung der Tierpension entspreche deshalb auch nicht mehr den tatsächlichen Anforderungen, sagt Aufhauser:
"Unser Hof hat sich verändert, deshalb ist ein Umwidmungsverfahren im Gang. Wir wollen ein Tierpark werden, weil es den Fakten mehr entspricht."
Insbesondere die hohe Verkehrsbelastung sorgt für Unmut in der Region:
Zitat:KRITIK DER GRÜNEN 25.01.2008Quelle:
Die enormen Verkehrsprobleme im Flachgau seien hausgemacht - und vielerorts die Schuld von Gemeinde- und Landespolitik, kritisiert Heidi Reiter, Umweltsprecherin der Salzburger Grünen.
[...]
Sie nennt als Beispiel das Gut Aiderbichl bei Henndorf. Ursprünglich sei es als landwirtschaftlicher Betrieb genehmigt worden. Mittlerweile sei Aiderbichl ein regelrechtes Event-Center geworden, kritisieren die Grünen. Jetzt soll Aiderbichl auch noch zu einem Tierpark umgewidmet werden - abseits aller Hauptverkehrswege und für öffentliche Verkehrsmittel so gut wie nicht zu erreichen.
Auch Landwirte sehen es kritisch und fragen ob es denn wirklich Tierliebe sei, wenn man schwer kranke Tiere nicht sterben läßt, sie leiden läßt und mit Medikamente vollstopft. Man kann in einem Forum für Landwirte die Meinungen dazu nachlesen:
http://www.agrarweb.at/index.php?topic=1660.0
Natürlich bringt ein Tier welches verstirbt kein Geld mehr durch Patenschaften ein. Und es ist auch besonders medienwirksam, besonders schlimm geschundene Tiere vorführen zu können, die aus den Fängen der "bösen Landwirtschaft" befreit wurden. Aber als so schlimm wird die Viehhaltung gar nicht angesehen, bis vor kurzer Zeit gab es sogar noch Fleisch in der Gastronomie des Freizeitparks. Wohl aufgrund erheblicher Proteste, gibt es inzwischen "vegetarisch", die Herkunft der Zutaten ist meines Wissens ungewiss (konventionell). Jeder Geschäftsmann weiß: "Im Einkauf liegt der Gewinn". Und manchmal muß halt einfach die Ethik dem Profit weichen. Und der Tierretter Aufhauser, der Tiere medienwirksam vor dem Schlachter rettet hat marketingstrategisch auch gar nichts gegen den Fleischkonsum. Lasse ich ihn selbst zu Wort kommen:
Zitat:[...]Quelle:
Gut Aiderbichl ist kein Schulbeispiel für die Landwirtschaft. Vielmehr soll anhand von Tieren, die größtenteils eine traurige Vorgeschichte hatten, vorgeführt werden, wie empfindsam sie sind und wie ungerecht es ist, zum Beispiel Pferde zum Handel nach Belgien und dann zum Schlachten nach Palermo zu fahren. Die Tatsache, dass die Tiere von Gut Aiderbichl letztendlich nicht zum Schlachter kommen, soll die Fleischproduktion nicht in Frage stellen.
Die Tiere auf Gut Aiderbichl werden von tausenden von Menschen besucht und gestreichelt und haben somit eine Art Diplomatenrolle für ihre Artgenossen. Meine Integrität würde angezweifelt werden, würde ich diese Tiere, die einem breiten Publikum namentlich bekannt sind, einer landwirtschaftlichen Nutzung zuführen. Gut Aiderbichl soll sensibilisieren. Und das für ein Millionenpublikum. Wir haben die Zahlen quantifiziert und sind auf die faszinierende Summe von 40 Millionen Menschen gekommen, die von Gut Aiderbichl gesehen oder gehört haben – allein im Monat Dezember 2001.
[...]
Vielleicht bin ich in der Lage, den Bauern in unserem Land, wenn es darum geht, ihre kleinen Betriebe zu erhalten, mit Marketing-Ideen und meinen Erfahrungen aus aller Welt mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zu meiner großen Überraschung stellte ich fest, dass in den Supermarkt-Regalen des Milch-Landes Salzburg Produkte aus Deutschland sehr stark vertreten sind. Aber freier Handel bedeutet ja nicht nur Import. Österreichische Produkte können ebenso exportiert werden. Ich denke da zum Beispiel an hochwertige Eier, die als Salzburger Produkt schon allein am Geschmack identifiziert werden könnten. Oder der Tafelspitz als Export-Markenartikel bei entsprechender Produktionsbasis mit einer Empfehlung von Gut Aiderbichl, das den Menschen in Deutschland mittlerweile auch bekannt ist.
Utopie? Ich erinnere mich genau, als das erste berühmte blaue Pickerl „Chiquita" auf die Banane geklebt wurde. Bei seiner Einführung wurde es belächelt, denn niemand glaubte an Qualitätsunterschiede bei Bananen. Ähnlich könnte es einmal sein bei einem Rindsbraten mit der Aufschrift „Original aus Salzburg".
[...]
Bauern sind Tierschützer der vernünftigen Art. Dazu zähle ich mich mit meinem Kreis auch. Gute Haltung und schonendes Schlachten sind Grundsätze, die uns verbinden. Eines meiner Ziele ist es, Pferdeschlachttage in österreichischen Schlacht-höfen einzuführen und gekühltes Fleisch nach Italien zu senden, [...]
Tierschutz heißt auch, dem Beruf des Metzgers die entsprechende Achtung entgegen zu bringen. Leider werden auf diesem Gebiet in weiten Teilen Europas die fachkundigen Spezialisten durch Hilfskräfte ersetzt, die keine Qualifikationen nachweisen können.
[...]
Fleisch mit Qualitätssiegel von Gut Aiderbichel? Ja Mahlzeit. Dann frage ich mich ja nur, wieso nicht gleich auf dem Gut ein Vorzeige-Muster-Schlachthof errichtet wird, in dem die Familien mit ihren Kleinen hygienisch einwandfrei hinter Glasscheiben zugucken können wie das süße Knuddel-Hühott den Bolzenschuß bekommt und sachgerecht von fachkundigen Spezialisten zerlegt wird. Anschließend könnte man dann das Hühott vakumiert, eingedost oder im eigenen Darm kaufen und mit heim nehmen. Aber das kann Herr Aufhauser natürlich nicht tun, denn dann würde ja seine "Integrität angezweifelt". Es geht also nicht um die eigene Überzeugung, sondern um das Bild nach außen. Die Maske muß passen, das ist alles.
Ich selbst setze mich schon auch dafür ein, daß wenn schon "Fleisch produziert" wird, die Tiere wenigstens anständig gehalten werden. Aber den Fleischkonsum zu propagieren und schönzureden ist genau das Gegenteil von dem, was Herr Aufhauser eigentlich angeblich erreichen möchte, nämlich etwas "für die Würde des Tieres" zu schaffen. So bleibt das Tier ein Produkt, ein Rohstoff, genauso wie im Zoo als Ausstellungsobjekt um Besucher anzuziehen. Nicht einmal die Möglichkeit durch die mediale Aufmerksamkeit etwas erreichen zu können, dadurch, daß man die Tierausnutzung generell in Frage stellt, und sei es nur sehr vorsichtig und durch eigenes Beispiel (z.B. in der eigenen Gastronomie durch das Angebot von tierleidfreien Gerichten) wird genutzt. Aber damit würde ja vielleicht das eigene Konzept in Frage gestellt, oder die Medien wären zurückhaltender.
Menschen wirklich zum Umdenken zu bringen, ihre Konsumgewohnheiten zu überdenken und zu verändern, davon ist dieses Konzept meilenweit entfernt, wenn das je ein Anliegen hätte sein sollen.
Fazit: Was bringt der Tierpark?
Dem Betreiber Pubkicity und Ansehen als "Tierschützer", den Besuchern Kurzweil, den Sendern Einschaltquoten, den Promis Beachtung und ein besseres "ethisches Ranking", den Spendern ein gutes Gewissen beim nächsten Schweinsbraten und den Tieren?
Ein an der Gesamtanzahl der Schlachttiere nicht einmal im Promillebereich zu findender Anteil der Tiere wird in diesen Park verfrachtet, manche werden vor dem Schlachter gerettet, für manche wäre das Ende der lebenserhaltenden Maßnahmen eine Erlösung, manche leben durch die tausenden grabschenden Besucher im Dauerstress. Für all die anderen Tiere in den Ställen draußen ändert sich nichts, denn das ist nicht das Thema. Wieviel Sinnvolles könnte man mit all dem Geld tun. Eigendlich schade.
