17.11.2009, 14:45
Angeln entspannt. Genau wie ein Kopfschuss
nach der kritischen ersten Sekunde. Was
eigentlich zeigen sollte, dass Entspannung
nicht immer positiv besetzt ist, gerade wenn
es dabei um Leben und Tod geht. Trotzdem
führen Angler immer wieder diesen und anderen
als Argument getarnten Unsinn auf, um ihr
tierquälerisches Hobby zu verteidigen.
Aber halt, wer bin ich eigentlich, dass ich
hier jemanden vorschnell verurteile? Hören
wir uns doch erstmal die Gegenseite an. Viele
Angler erklären absolut glaubwürdig, dass es
ihnen bei ihrem Hobby nicht um Tierquälerei
geht, sondern um das "Erlebnis in der
Natur". Und dieses Erlebnis können sie
eben nur geniessen, wenn sie dabei eine an
einem Stock befestigte Schnur mit Haken
festhalten. Da kann man sich jetzt drüber
lustig machen, man kann sich natürlich auch
ärgern, wenn einer dieser Angler z. B. wieder
mit seiner Riesenrute im Kino vor einem sitzt
und man deshalb nicht richtig sehen kann, man
kann diese Leute überall diskriminieren, aber
sollten wir nicht eher diese Krankheit ernst
nehmen und versuchen, diesen Leuten zu
helfen? Vielleicht schafft man ja tatsächlich
durch Therapien, dass diese Angler ihr
Naturerlebnis wenigstens ohne Haken geniessen
können, das löst zwar nicht das Problem im
Kino und bei anderen kulturellen Ereignissen,
aber immerhin hätte man damit schon mal die
Fische gerettet, die durch Naturangler völlig
unnötig sterben. Natürlich dürften diese
Therapien nur echten Naturangler angeboten
werden, nicht Leuten, die sich mit der
Hobbyangabe "Angler" und der
dazugehörigen Begründung einen
Schwerbehindertenausweis ergaunern wollen.
Dann kommen wir zu den Anglern, die angeben,
die Fische ja wieder zurück in den See zu
werfen, weil sie ihnen leid tun. Auch diese
Leute werden viel zu schnell vorverurteilt,
die meisten von ihnen können sich einfach
nicht in die Lage eines Fisches versetzen,
dem ein Haken in sein sensibelstes
Tastzentrum, eben seinen Lippen, gebohrt
wird, der an diesem Haken dann meterweit
gezogen wird, um schließlich in einem für ihn
fremden Sauerstoffmedium das Gegenstück eines
menschlichen Erstickungsanfalls zu erleiden.
Auch hier können Therapien helfen, in denen
man zum Beispiel Anglern einen Haken durch
ihr Geschlechtsteil rammt, sie daran einmal
rund um den Rathausplatz ihrer Heimatstadt
zieht, um ihnen danach für ein paar Minuten
eine Plastiktüte über den Kopf zu stülpen.
Die wenigsten werden nach dieser Behandlung
ein Dankeschön piepsen und könnten deshalb
dann endlich ihren Akt der Gnade richtig
beurteilen. Für die Fälle, die diese
Behandlung gewohnt sind, weil sie sie auf
freiwilliger Basis einmal in der Woche bei
der Domina ihres Vertrauens buchen, müsste
man vielleicht verstärkt auf Gespräche
setzen.
Dann wären wir bei der Anglergruppe, die
davon ausgeht, dass Angeln für die Fische ein
neutrales Erlebnis darstellt, weil sie sonst
schreien würden. Auch diesen Leuten kann man
den quälerischen Sachverhalt sehr einfach und
plastisch erklären, ein dementsprechendes
Seminar bräuchte lediglich einen Eimer
Wasser. Mit Hilfe dieses Eimers lernt der
gelehrige Angler sehr schnell, wie schwierig
es auch für ihn ist, unter Wasser sein
Missfallen der Gesamtsituation zu
artikulieren, auch wird er von selbst
erkennen, dass seine dazugehörigen Zuckungen
keinen spontanen Steptanz der Freude
darstellen.
Ich kann abschließend also nur dazu aufrufen,
Angler nicht voreilig in eine Tierquäler-Ecke
abzuschieben, vielmehr sehe ich verstärkten
Aufklärungsbedarf, ich bin mir absolut
sicher, danach so manchen Angler schnell
wieder als geistig gesundes Mitglied in der
Gesellschaft begrüssen zu können.
Björn Hellmark
nach der kritischen ersten Sekunde. Was
eigentlich zeigen sollte, dass Entspannung
nicht immer positiv besetzt ist, gerade wenn
es dabei um Leben und Tod geht. Trotzdem
führen Angler immer wieder diesen und anderen
als Argument getarnten Unsinn auf, um ihr
tierquälerisches Hobby zu verteidigen.
Aber halt, wer bin ich eigentlich, dass ich
hier jemanden vorschnell verurteile? Hören
wir uns doch erstmal die Gegenseite an. Viele
Angler erklären absolut glaubwürdig, dass es
ihnen bei ihrem Hobby nicht um Tierquälerei
geht, sondern um das "Erlebnis in der
Natur". Und dieses Erlebnis können sie
eben nur geniessen, wenn sie dabei eine an
einem Stock befestigte Schnur mit Haken
festhalten. Da kann man sich jetzt drüber
lustig machen, man kann sich natürlich auch
ärgern, wenn einer dieser Angler z. B. wieder
mit seiner Riesenrute im Kino vor einem sitzt
und man deshalb nicht richtig sehen kann, man
kann diese Leute überall diskriminieren, aber
sollten wir nicht eher diese Krankheit ernst
nehmen und versuchen, diesen Leuten zu
helfen? Vielleicht schafft man ja tatsächlich
durch Therapien, dass diese Angler ihr
Naturerlebnis wenigstens ohne Haken geniessen
können, das löst zwar nicht das Problem im
Kino und bei anderen kulturellen Ereignissen,
aber immerhin hätte man damit schon mal die
Fische gerettet, die durch Naturangler völlig
unnötig sterben. Natürlich dürften diese
Therapien nur echten Naturangler angeboten
werden, nicht Leuten, die sich mit der
Hobbyangabe "Angler" und der
dazugehörigen Begründung einen
Schwerbehindertenausweis ergaunern wollen.
Dann kommen wir zu den Anglern, die angeben,
die Fische ja wieder zurück in den See zu
werfen, weil sie ihnen leid tun. Auch diese
Leute werden viel zu schnell vorverurteilt,
die meisten von ihnen können sich einfach
nicht in die Lage eines Fisches versetzen,
dem ein Haken in sein sensibelstes
Tastzentrum, eben seinen Lippen, gebohrt
wird, der an diesem Haken dann meterweit
gezogen wird, um schließlich in einem für ihn
fremden Sauerstoffmedium das Gegenstück eines
menschlichen Erstickungsanfalls zu erleiden.
Auch hier können Therapien helfen, in denen
man zum Beispiel Anglern einen Haken durch
ihr Geschlechtsteil rammt, sie daran einmal
rund um den Rathausplatz ihrer Heimatstadt
zieht, um ihnen danach für ein paar Minuten
eine Plastiktüte über den Kopf zu stülpen.
Die wenigsten werden nach dieser Behandlung
ein Dankeschön piepsen und könnten deshalb
dann endlich ihren Akt der Gnade richtig
beurteilen. Für die Fälle, die diese
Behandlung gewohnt sind, weil sie sie auf
freiwilliger Basis einmal in der Woche bei
der Domina ihres Vertrauens buchen, müsste
man vielleicht verstärkt auf Gespräche
setzen.
Dann wären wir bei der Anglergruppe, die
davon ausgeht, dass Angeln für die Fische ein
neutrales Erlebnis darstellt, weil sie sonst
schreien würden. Auch diesen Leuten kann man
den quälerischen Sachverhalt sehr einfach und
plastisch erklären, ein dementsprechendes
Seminar bräuchte lediglich einen Eimer
Wasser. Mit Hilfe dieses Eimers lernt der
gelehrige Angler sehr schnell, wie schwierig
es auch für ihn ist, unter Wasser sein
Missfallen der Gesamtsituation zu
artikulieren, auch wird er von selbst
erkennen, dass seine dazugehörigen Zuckungen
keinen spontanen Steptanz der Freude
darstellen.
Ich kann abschließend also nur dazu aufrufen,
Angler nicht voreilig in eine Tierquäler-Ecke
abzuschieben, vielmehr sehe ich verstärkten
Aufklärungsbedarf, ich bin mir absolut
sicher, danach so manchen Angler schnell
wieder als geistig gesundes Mitglied in der
Gesellschaft begrüssen zu können.
Björn Hellmark




