Tierrechtsforen

Normale Version: Insekten
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Ich habe im Internet einen interessanten Artikel gefunden. Es geht darin um folgendes:

Die Wahrscheinlichkeit, dass Insekten leiden können ist eher gering. Doch das wird mehr als aufgewogen durch ihre astronomische Anzahl. Die Zahl der Insekten auf der Erde wird in der Größenordnung 10^18 oder mehr geschätzt, also 1 Milliarden Milliarden. Wenn man die Wahrscheinlichkeit, dass Insekten leiden können mal sehr vorsichtig mit 1% schätzt, gibt das als Erwartungswert immer noch 10^16 leidensfähige Insekten, also 10 Millionen Milliarden. (Verglichen mit „nur“ knapp 7 Mrd. Menschen und 24 Mrd. Nutztieren)

Wenn man also für weniger Leid in der Welt sorgen möchte, könnte eine der effektivsten Sachen sein, sich auch um Insekten zu kümmern.

Was man gegen das mögliche Leid von Insekten in der Wildnis tun kann weiß ich nicht, außer die Erkenntnis zu verbreiten, dass man etwas tun sollte. In der Landwirtschaft wäre das deutlich einfacher. Ich bin nicht gegen den Einsatz von Insektiziden. Aber man könnte durch Einsatz humanerer Insektizide, also solcher die weniger grausam töten (und manche töten sehr grausam) oder Mitteln, die die Vermehrung verhindern, mit relativ geringem Einsatz eine ganze Menge bewirken.

Hier der Artikel http://www.utilitarian-essays.com/humane...cides.html
und der hier passt auch gut dazu http://www.utilitarian-essays.com/wild-animals.pdf
Die Annahme ist fehlerhaft. Sie wäre nur dann wahr, wenn tatsächlich 1% der Insekten leidfähig sind. Eine Wahrscheinlichkeit für die Leidfähigkeit ist aber völlig aus der Luft gegriffen - entweder gibt es bestimmte Insekten die Leidfähig sind, dann kann man evtl. hochrechnen wie viele Insekten es von dieser Art gibt, oder sie sind es nicht, dann kann man noch so schöne Wahrscheinlichkeiten erdenken, das Ergebnis ist trotzdem null.

Hausaufgabe: http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrscheinlichkeit
marsmensch,

Deine Ideen zur Leidvermeidung bei Insekten sind ja ganz hübsch, werden aber bestimmt nicht den Beifall vieler Tierrechtler finden.
Wieso nicht? Wir haben im Sommer Fliegengitter und wenn sich mal eine Biene oder Fliege (nicht weiter schlimm) ins Heim verirrt, wird sie eingefangen und rausbefördert. Auch draußen achte ich darauf, keine Insekten zu töten. ist zwar kaum möglich, allein dadurch, das ich gehe, aber schweben geht noch nicht Wink
@marsmensch:

Kenny hat es Dir ja schön vorgerechnet, leider bist Du darauf (noch?) nicht eingegangen. Also entweder alle Insekten oder alle Insekten einer Art sind leidfähig oder eben keine(s). Aber darum geht es eigentlich nicht. Es geht meines Erachtens darum, was jeder tun kann unnötiges Leid, passiert es nun gegenüber einem Individuum, einem Insektenvolk, mag das Schmerzempfinden mehr oder weniger stark ausgeprägt sein, zu vermeiden. Von daher wäre es auch ratsam den Einsatz von Insektiziden zu verringern.

Ein interessanter Ansatz dazu wäre zum Beispiel den Fleischkonsum zu reduzieren, da für die Fleischproduktion die fünf- bis zehnfache Menge an Pflanzen als Proteinquelle benötigt werden um die gleiche Menge nutzbaren Proteins herzustellen, als wenn direkt pflanzliche Kost konsumiert wird. Der Wirkungsgrad tierischer Nahrung ist äußerst schlecht, im Bereich von etwa 10% - 20%, das heißt 80% - 90% der für tierische Nahrung angebauten Nahrungsmittel, heute insbesondere Getreide und Soja als "Kraftfutter", sind Verlust. Diese Verluste kann man durch direkte Zufuhr pflanzlicher Nahrung in die menschliche Nahrungskette verringern.
Durch den Konsum pflanzlicher Nahrung wird also der Bedarf pflanzlicher Grunderzeugnisse verringert, damit auch der Bedarf an Nutzflächen und natürlicherweise auch die Ausbringung von Insektiziden und Pestiziden, die egal ob mehr oder weniger qualvoll für die Tiere, der Umwelt sicherlich nicht zuträglich sind.

Ganz nebenbei würde damit auch ermöglicht, dass wir einen größeren Anteil unsere benötigten Nahrungsmittel im eigenen Land produzieren könnten, nicht für den Sojaanbau zur Verwendung als Viehfutter indigene Bevölkerung von ihrem Land vertreiben müßten, Regenwälder abholzen und dort dann durch Großgrundbesitzer das Viehfutter für unseren Luxuskonsum anbauen. Da dadurch auch Leid an Menschen (die nun ganz bestimmt leidfähig sind) verringert würde, sicherlich ein interessanter und überdenkenswerter Weg nicht wahr?

Zitat:Ich bin nicht gegen den Einsatz von Insektiziden. Aber man könnte durch Einsatz humanerer Insektizide, also solcher die weniger grausam töten (und manche töten sehr grausam) oder Mitteln, die die Vermehrung verhindern, mit relativ geringem Einsatz eine ganze Menge bewirken.
Hört sich irgendwie recht trollig an. Cool
(15.11.2009 10:36)bertel schrieb: [ -> ]
Zitat:Ich bin nicht gegen den Einsatz von Insektiziden. Aber man könnte durch Einsatz humanerer Insektizide, also solcher die weniger grausam töten (und manche töten sehr grausam) oder Mitteln, die die Vermehrung verhindern, mit relativ geringem Einsatz eine ganze Menge bewirken.
Hört sich irgendwie recht trollig an. Cool

Wieso? Eine Landwirtschaft ganz ohne Insektizide wäre verdammt schwierig bis unmöglich umzusetzen.

Zitat:Kenny hat es Dir ja schön vorgerechnet, leider bist Du darauf (noch?) nicht eingegangen. Also entweder alle Insekten oder alle Insekten einer Art sind leidfähig oder eben keine(s).

Deshalb sprach ich auch vom Erwartungswert, der üblicherweise benutzt wird wenn man sich bei etwas nicht sicher ist oder nur Wahrscheinlichkeiten zur Verfügung hat.

Der Wert 1% ist tatsächlicht etwas aus der Luft gegriffen, er sollte nur eine vorsichtige Schätzung sein. Nach allem was ich zum Thema Leidensfähigkeit von Wirbellosen gelesen habe halte ich 5-10% für Insekten für realistischer.
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