Bärchen
20.08.2009, 09:13
Bärchen: Der Schweizer Biologe Jürg Meier hat mit seinem neuen Buch ein Plädoyer für den Zoo geschrieben. Welt Online hat mit dem Autor ein Gespräch über das Buch geführt. Das ist erst mal nichts, was hier großartig Erwähnung finden müsste. Auch nicht, dass es sich bei dem Interviewer um den altbekannten Michael Miersch handelt. Doch aufgepasst, der Miersch führt doch tatsächlich sachlich die Argumente der Tierrechtler und Zookritiker an und vermittelt durchaus den Eindruck als würde er diese rational nachvollziehen können, als sei dies mehr als die methodisch-technisches Journalistenhandwerk, um den Gesprächspartner mit kontroversen Thesen aus der Reserve zu locken. Man glaubt es kaum. Doch seht selbst, hier nur ein kleiner Ausschnitt, der Link zum gesamten Interview steht oben.
Bärchen: Wer sich für die Geschichte der Tierparks interessiert, dem sei, um einen kurzen Überblick zu gewinnen, ein Artikel auf spiegel.de empfohlen: Menschen im Wildgehege. Über die Gründungsphase der Zoos gibt es eine mit fundierten Quellen ausgearbeitete Dissertation von Utz Anhalt mit dem Titel "Tiere und Menschen als Exoten" (Zugl.: Hannover, Univ., Diss, 2007), abrufbar als PDF hier. Die Problematik von Zoos heute liegt insbesondere in der Tötung "überzähliger" Tiere, von den grundsätzlichen Kritikpunkten mal abgesehen. Auch dazu gibt es eine Qualifikationsarbeit: "Zum Umgang mit überzähligen Tieren in zoologischen Gärten. Besucherbefragung im Tiergarten Nürnberg und Zoo Leipzig" (Zugl.: Berlin, Freie Univ., Diss., 2008), einsehbar ebenfalls als PDF hier. Abstract zur Arbeit hier. Erstgutachter war übrigens kein geringerer als Jörg Luy.
Zitat:WELT ONLINE [d.i. Miersch, Anm. Bärchen]: Der Bildungsauftrag ist doch eine Illusion. Die Leute lachen über die Affen, freuen sich über die Seelöwen-Dressur und lernen gar nichts dabei.
Meier: Zugegeben, die meisten Menschen gehen einfach in den Zoo, um Tiere zu sehen und ein paar Stunden Erholung zu genießen. Wer allerdings nach dem Zoobesuch auch nur ein Tier erkennen und benennen kann, das er vorher nicht gekannt hat, hat bereits etwas gelernt. [...]
WELT ONLINE: Verlieren Tiere im Zoo nicht ihre Würde? [...]
WELT ONLINE: Tierrechtler sagen, Zoos seien Freiheitsberaubung. [...]
WELT ONLINE: Nähren Zoos die Illusion einer heilen Welt, während draußen die Natur immer mehr zerstört wird? [...]
WELT ONLINE: Zoos argumentieren gern mit ihrem Beitrag zum Artenschutz. Sind ihre Möglichkeiten dazu nicht viel zu begrenzt? [...]
WELT ONLINE: Wie werden die Zoos der Zukunft aussehen?
Meier: Sagen Sie mir, wie die Menschen in 50 Jahren "gute Tierhaltung" definieren, und ich sage Ihnen, wie der Zoo der Zukunft aussehen wird. Ich hoffe, dass Aufmerksamkeit, Neugier und Ergriffenheit auch in Zukunft vom lebenden Tier hervorgerufen werden. Und die zentrale Stellung der Tiere nicht von billiger Effekthascherei und Jahrmarktatmosphäre herabgemindert wird.
Bärchen: Wer sich für die Geschichte der Tierparks interessiert, dem sei, um einen kurzen Überblick zu gewinnen, ein Artikel auf spiegel.de empfohlen: Menschen im Wildgehege. Über die Gründungsphase der Zoos gibt es eine mit fundierten Quellen ausgearbeitete Dissertation von Utz Anhalt mit dem Titel "Tiere und Menschen als Exoten" (Zugl.: Hannover, Univ., Diss, 2007), abrufbar als PDF hier. Die Problematik von Zoos heute liegt insbesondere in der Tötung "überzähliger" Tiere, von den grundsätzlichen Kritikpunkten mal abgesehen. Auch dazu gibt es eine Qualifikationsarbeit: "Zum Umgang mit überzähligen Tieren in zoologischen Gärten. Besucherbefragung im Tiergarten Nürnberg und Zoo Leipzig" (Zugl.: Berlin, Freie Univ., Diss., 2008), einsehbar ebenfalls als PDF hier. Abstract zur Arbeit hier. Erstgutachter war übrigens kein geringerer als Jörg Luy.
okay....