(04.07.2009 15:59)Vovin.av schrieb: [ -> ]Das verstehe ich allerdings nicht, Cindy...
Jungbartis fressen zwar mehr Lebendfutter - dafür sind erwachsene Bartis mehr der pflanzlichen Nahrung zugeneigt.
Du kannst z. B. auch so füttern:
Montags: ein paar Heimchen oder Heuschrecken
Dienstags: nichts
Mittwochs: Obstteller (Apfel, Banane, Birne, Weintrauben, Erdbeeren oder andere Südfrüchte (aber bloß nix Saures))
Donnerstags: Salatteller (Feldsalat, Tomaten, Möhren, Petersilie, Gurke, Spinat, Weitzenkeimlinge)
Freitags: nichts
Samstags: Salatteller und ein paar Mehrwürmer
Sonntags: Obstteller
Etwas besonderes für Bartis ist übrigens der Löwenzahn samt Blüte...
Ich habe über 5 Jahre die verschiedensten Terrarientiere gehalten und von diesem Plan habe ich alles schon verfüttert (regelmäßig), es ist nicht so das mir das nicht bekannt ist. Doch bleibt der Teil der Ernährung dieser und anderer Reptilien über tierische Kost bestehen.
Kleine Anmerkung zwischendurch, ich weiß nicht ob es nur Tippfehler oder eine neue Gattung ist von der ich noch nichts gehört haben "Mehrwürmer" kenne ich nicht, nur als Mehlwürmer, oder alternativ kann man auch Zophobas oder Wachsmottenlarven verfüttern (sry ein bischen vom Thema abgekommen).
Zitat:Du solltest Dir trotzdem klar machen, dass die Bartis nicht über ethische Verhaltensweisen verfügen, was die Nahrung angeht. Die kennen Deine Bedenken nicht. Denen ist egal, wer Ihnen die Insektten vor die Nase setzt.
Richtig, muss ich es deswegen sein, der die Insekten verfüttert?
Und nein es ist nicht richtig meine "Ideologie" den Tieren aufzuladen, und meine Bartagamen können nichts dafür!
Zitat:Und ja - Du hast das Prinzip erkannt. Tiere werden geboren, um anderen Tieren als Futter zu dienen. Darum geht es (vor allem) in der Natur, neben der Vermehrung und Aufrechterhaltung der Art.
Ja das ist das Prinzip, fressen und gefressen werden.
Jetzt müßte es klick machen und genau jetzt müßte dir etwas auffallen.
Die Natur regelt ihre Dinge seit Jahrtausende auf "ihre" Art. Tiere jagen schwache und kranke Tiere und sondern die aus, nur die starken und gesunden Tiere überleben.
Jetzt kommt der Mensch ins Spiel, er greift in die Natur ein. Um mal bei dem Beispiel der Bartagamen zu bleiben, züchtet der Mensch um die im Terrarium gehaltenen Bartagamen zu ernähren tausende von Heuschrecken, der Tot vieler dieser Heuschrecken wird mit eingeplant. Das Geschäfft mit den Futtertieren ist ein gutes Geschäfft, z.B. 3€/10 Heuschrecken (egal ob schon 4 tot in der Schachtel liegen oder nicht); 1,80€ für eine! nackte Babymaus. Die Heuschrecken haben nie eine Wiese gesehen, sie leben nur um zu sterben. Die kleinen Mäuse haben noch nie ein Loch in die Erde gegraben. Viele können keine Sympathie für Insekten oder andere "Futtertiere" aufbringen, doch wie kann es sein das ein Lebewesen egal welcher Art einen Wert hat den man in € bezahlen kann.
Ein Tier in freier Wildbahn würde nie mehr Tiere töten als es zum überleben braucht. Ein Tier würde nie andere Tiere in Käfigen sperren und sie vermehren, sie verkaufen für Geld, oder habt ihr schonmal eine australische Bartagame mit eigener Heuschreckenzucht gesehen?
Der Mensch ist da anders ... In anderen Ländern sterben Menschen, weil sie Hunger leiden während ein paar Kilometer weiter von ihnen entfernt riesige Felder z.B. voller Soja stehen, dass für die "Tierproduktion" in Deutschland benötigt wird.
Ich habe mich sehr bewusst umgeschaut, geht mal mit offenen Augen durch die Geschäfte und schaut euch an in welchen Produkten überall Tiere drin verarbeitet sind.
Ich frage mich muss das alles sein? Muss es sein das ein Tier wegen mir leidet und umgebracht wird, NEIN.
Zitat:Persönlich würde ich eher Deine Einstellung überdenken, als die Tiere wegzugeben.
Denn - Du änders an den Grundprinzipien und der Ausgangslage nichts. Es werden weiterhin Futtertiere gezüchtet und an Deine Bartis verfüttert. Dir geht es nur um die Beruhigung Deines Gewissens, oder?
Du bist ja nicht mehr die fütternde Hand.
Ja genau darum geht es mir, ich will kein Richter über Leben und Tot mehr sein. Ich will nicht mehr entscheiden müssen, welche von diesen kleinen Mäusen gleich für ein Mahl meiner Schlangen sterben muss.
Ich weiss das ich nichts ändere, sie existieren weiter, sie haben weiterhin hunger, aber ich bin nicht mehr die Hand die ihnen das Futter reicht. Es ist eine beruhigung des Gewissens, meines Gewissens, doch ich habe keinen besseren Weg für mich und meine Tiere gefunden, wenn ich nicht weiter für den Tot von Heuschrecken und Mäusen egal in welcher Masse verantwortlich sein möchte.
LG Cindy
PS: Die "Bartis" möchten lieber "Bartagamen" oder noch besser "pogona vitticeps" genannt werden, wenn du dich ein bischen mit der Thematik Terraristik auseinander gesetzt hast und der "Essensplan" nicht einfach Copy Paste irgendwo entnommen ist, solltest du wissen das "Verniedlichungen" nicht so gerne gesehen sind.