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Normale Version: Abwrackprämie: ökologisch - ökonomischer Super-GAU!
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Macht die Abwrackprämie Sinn oder ist sie nur ein Zeichen der Hilflosigkeit der Regierung in der Krise?
Macht es ökonomisch Sinn fahrtüchtige Fahrzeuge zu verschrotten, also Vermögen zu vernichten?
Macht es ökologisch Sinn mit hohem Energieeinsatz neue Fahrzeuge zu produzieren, die selbst wieder die Umwelt belasten? - Alternativen werden ja nicht gefördert!
Kann diese Aktion als "nachhaltig" bezeichnet werden, da dadurch nur Neuwagenkäufe vorgezogen werden?

Der Verkehrsclub Deutschland VCD schreibt:
Zitat:Nach Ansicht des VCD ist die sogenannte Umweltprämie eine Steuerverschwendung in Milliardenhöhe ohne jeglichen ökologischen Effekt:

* Die Abwrackprämie ist an keinerlei Umweltkriterien geknüpft.
* Neue Pkw sind nicht zwingend umweltfreundlicher als alte Pkws: Ein neun Jahre alter Benziner bläst beispielsweise weniger gesundheitsschädigende Stickoxide und Partikel in die Umgebung, als ein durchschnittlicher Diesel-Pkw aus dem Produktionsjahr 2009.
* Für die Produktion von Neuwagen werden etwa 20 Prozent der Energie benötigt, die ein Pkw während seines gesamten Lebenszyklus verbraucht.

Die Abwrackprämie hat keine entscheidende konjunkturelle Wirkung:

* Von der Regelung profitieren nur Autofahrer, für die es zufällig gerade in diesem Jahr Sinn macht, einen Neuwagen oder neuen Gebrauchten zu kaufen, und die noch dazu einen relativ wertlosen Gebrauchtwagen besitzen. Diese Zahl von Käufern ist nicht sehr hoch, da Besitzer älterer Gebrauchtwagen oft nicht über die finanziellen Mittel verfügen, sich einen Neuwagen anzuschaffen.
* Wenn durch die Prämie ein Kaufanreiz entsteht, dann vor allem für billigere Kleinwagen - diese werden aber nicht von deutschen, sondern vorwiegend von ausländischen Autofirmen hergestellt.
Quelle:

Dazu Egbert Nießler im "Hamburger Abendblatt":
Zitat:... Denn ein Wirtschaftswunder durch die Subventionierung eines einzigen Industriezweigs - und dort vor allem auch nur des Kleinwagensegments - wird kaum ausbrechen. Die Maßnahme ist zudem einigermaßen ungerecht, da nur die Besitzer reichlich alter Karossen überhaupt antragsberechtigt sind. Alle anderen Steuerzahler gehen nicht nur von vornherein leer aus, sie bezahlen den Spaß der anderen auch noch, selbst wenn sie Auto-Gegner sind. Wenn die herbeisubventionierte Konsumwelle dann abgeebbt ist, wird eine große Kaufflaute folgen. Das so oft strapazierte Wort "nachhaltig" ist anders definiert.

Und die Etikettierung als "Umweltprämie" einigermaßen heuchlerisch. Auch ein neues Auto bleibt ein Auto mit Verbrennungsmotor und belastet die Natur. Wenn die Abwrackprämie ökologisch hätte sein sollen, müsste die Regierung den Kauf von Fahrrädern, Tretrollern oder Ruderbooten begünstigen. Das tut sie aber nicht, weil Autos im Autoland Deutschland viel werbewirksamer für den Wohltäter sind als muskelgetriebene Vehikel.

Unter dem Strich wird es also vorwiegend bei psychologischen Effekten bleiben. Da die Hälfte der Wirtschaft und ein weit höherer Prozentsatz der Politik aber aus Psychologie bestehen sollen, wäre die Maßnahme dann doch nicht ganz wirkungslos. Zumindest ist sie nämlich ein Konjunkturprogramm für lahmende Koalitionäre.
Quelle:
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