@ Greatdane
Hübsch zu lesen, wen Du da zitierst.
Zur Sache. Die Schwächen des Aufrufs:
1. Die Schimpansenanlage von AAP mag größer und besser strukturiert
sein als das Gehege in Straubing (ich war länger nicht bei AAP, kann
das nicht beurteilen), aber Fakt ist, dass die Schimpansen sich auch
dort in menschlicher Obhut ("Gefangenschaft") befinden, und ohne
Gitter, Draht und Beton geht es auch dort nicht.
2. Der Straubinger Schimpanse "Sebastian" ist 34 Jahre alt und gilt als
ungesellig. Allein schon die "Umsiedlung" eines so alten Tieres birgt
Risiken in sich, von eventuellen Vergesellschaftungsversuchen ganz zu
schweigen. Das muss man den Menschen sagen.
3. Zur besseren Information der Leser hätte ich es begrüßt, wenn
konkretisiert worden wäre, inwiefern die jetzige Haltung nicht den
Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren entspricht.
4. Der Pauschalangriff gegen Zoos insgesamt schwächt den Aufruf
enorm.
Greatdane, zum Diskutieren bist Du offensichtlich nicht hier. Aber wie
auch immer:
1. Protestnoten an den Straubinger Oberbürgermeister sind närrisch.
Weder kann der Mann das Thema fachkompetent beurteilen, noch kann
er darüber politisch entscheiden.
2. Mit der Straubinger Schimpansenhaltung befassen sich schon lange
auch andere Orgas, die allerdings eine tiergerechte Lösung favorisieren,
keine ideologisch unterlegte (nach dem Motto: Scheiß-Zoo, die Tiere
müssen weg).
3. Marginale Abweichungen vom sog. "Säugetiergutachten" reichen
nicht aus, um eine Tierhaltung anzugreifen. Rechtlich haben die TRler
vor Ort gar nichts in der Hand.
4. Die Straubinger Schimpansenhaltung ist aus mehreren Gründen nicht
zukunftsfähig, und das wissen der Tierparkleiter sowie sämtliche
Aufsichtsbehörden. Diese Menschenaffenhaltung kann und wird von
Behördenseite nicht auf Dauer toleriert werden, aber es geht darum,
Lösungen zu finden, die einzig und allein dem Wohl der Tiere Rechnung
tragen, die nun einmal vorhanden sind. Ist das so schwer zu verstehen?
5. Aktionen, mit denen man ALLEN Beteiligten Bosheit oder Dummheit
unterstellt, fallen identisch auf die Urheber zurück. Keiner der TRler,
die sich jetzt so weit aus dem Fenster lehnen, hat sich mit der Materie
befasst, das Gespräch gesucht. Im Gegenteil, jetzt gibt es in Straubing
angeblich nur noch Schufte, Lumpen und Tierquäler. Ob Tierpark,
Stadtverwaltung, Aufsichtsbehörden, Kommunalpolitiker, Presse ...
Alles Lumpenpack, schon klar.
6. Hat sich mal irgendwer dieser doll vielen TR-Primatenexperten mit der
Umsiedlung alter Affen befasst? Ja? Wer? Und kann sich vielleicht
irgendwer vorstellen, dass Tiere, auch wenn sie mangelhaft gehalten
werden, eine Beziehung zu dem ihnen vertrauten Pfleger haben?
Es geht doch hier nicht um das Umsetzen von Blumentöpfen!
Vor dem Hintergrund dessen, was man mir beigebracht hat, kann ich die
hier zu lesende Vorgehensweise in Straubing nur als stümperhaft und
tierfeindlich bezeichnen.
(15.03.2009 02:52)hippo schrieb: [ -> ]Mit der Straubinger Schimpansenhaltung befassen sich schon lange auch andere Orgas, die allerdings eine tiergerechte Lösung favorisieren und keine ideologisch unterlegte
Welche Orgas sind das denn? Seit wann befassen sie sich mit der Straubinger Schimpansenhaltung? Und mit welchem Resultat?
Zitat: Die Straubinger Schimpansenhaltung ist aus mehreren Gründen nicht zukunftsfähig, und das wissen der Tierparkleiter sowie sämtliche Aufsichtsbehörden.
Woher weißt du, dass die das wissen? Die aktuellen Stellungnahmen von Direktor Peter und Veterinäramtsleiter Able weisen in eine entgegengesetzte Richtung ("den Schimpansen geht es gut" [Interview vom 21.2.09, siehe:
http://www.4pawsnet.de/straubing-zoo.html ). Und angenommen, sie wissen es: was ist ihre Konsequenz?
Zitat:Keiner der TRler, die sich jetzt so weit aus dem Fenster lehnen, hat sich mit der Materie befasst, das Gespräch gesucht.
Und woher hast du diese Erkenntnis? Wie willst du beurteilen, wer von den Straubinger TRlerInnen sich mit welcher Qualifikation und in welcher Intensität mit der Sache befasst hat?
Ohne die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit der Straubinger TRlerInnen säßen die drei Schimpansen wie seit je in ihrem Betonbunker und niemand nähme daran Anstoß.
Hippo, bist ja sehr fleissig im schreiben. Heisst aber nicht zwangsläufig, dass du Ahnung hast. Wäre schon besser, wenn du dich mehr informieren würdest, bevor du über Andere urteilst. Den Tieren hilfst du mit deinen Vorurteilen nicht. Woher hast du eigentlich all das mangelhafte Wissen um die Schimpansen im Tiergarten Straubing?
sebastian,
kommen die antworten auf hippos aussagen noch...?
@ Greatdane
Du erwartest doch nicht ernsthaft, dass Zoomitarbeiter und zookritische
Tierschützer ihre Überlegungen vor Zoogegnern ausbreiten, denen es,
wie der von Dir verlinkte Text zeigt, nur vordergründig um die
Schimpansen in Straubing geht? Tatsächlich geht es pauschal gegen
Zoos.
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Ein Knast ist kein Knast mehr,
wenn man ihn nicht Zoo nennt, sondern Auffangstation.
"Öffentlichkeitsarbeit" kann ich in dem Text nicht erkennen, nur billige
Agitation und Volksverdummung. Ich erwarte ja schon gar nicht, dass
Zoogegner wenigstens die Einbindung des Straubinger Tiergartens in
EEP und Artenschutzprogramme (außerhalb des Zoos) erwähnen.
Erklärungsbedürftig erscheint mir aber, inwiefern Zoos die Lebensräume
von Wildtieren "der Zerstörung" preisgeben. Und natürlich taucht auch
wieder das famose "Argument" auf, man wolle "Profit" machen. Das wäre
der erste Tiergarten in kommunaler Trägerschaft, der Gewinne
erwirtschaften würde.
@ darkroom.de
Ob Menschenaffenhaltung überhaupt verantwortbar ist, halte ich für
mehr als fraglich, und das nicht nur vor dem Hintergrund, dass ich z.B.
in Hessen drei Schimpansenhaltungen zwangsweise auflösen ließ.
In Straubing geht es um Konzepte. Was - tierverträglich - tun? Die
"andere Seite" sofort öffentlich zu verhauen, führt lediglich dazu, dass
sich der Tiergarten auf formales Recht zurückzieht.
@Hippo: du hast keine meiner o.a. Fragen beantwortet.
Nochmal: Welche Orgas befassen sich seit langem mit der Straubinger Schimpansenhaltung? Seit wann tun sie das? Und mit welchem Resultat?
Und: Woher willst du wissen, dass die Zooverantwortlichen in Straubing hinsichtlich der Schimpansenhaltung insgeheim andere Überlegungen haben als die, die sie öffentlich verkünden?
Und: Wie willst du beurteilen, wer von den Straubinger TRlerInnen sich mit welcher Qualifikation und in welcher Intensität mit Fragen der Schimpansenhaltung im Zoo befasst hat? Deine Behauptung, es habe sich keiner(!) der TRler, die sich in der Sache engagieren, überhaupt mit der Materie befasst, ist in ihrer Anmaßung jenseits aller Diskutierbarkeit.
Du unterstellst den Straubinger TRlerInnen in toto Stümperhaftigkeit und Tierfeindlichkeit. Kennst du überhaupt jemanden von dieser Gruppe? Kennst du die Strategien der Gruppe? Weißt du irgendetwas darüber, was diese Gruppe in der Vergangenheit schon alles versucht und unternommen hat?
Mein Eindruck ist der, dass du dich selbst als den Überzooexperten herauszustreichen suchst, im Vergleich zu dem alle anderen keine Ahnung haben. Tatsächlich sind deine Beiträge zum Thema bislang völlig unkonstruktiv.
(16.03.2009 18:12)hippo schrieb: [ -> ]@ Greatdane
Du erwartest doch nicht ernsthaft, dass Zoomitarbeiter und zookritische
Tierschützer ihre Überlegungen vor Zoogegnern ausbreiten, denen es,
wie der von Dir verlinkte Text zeigt, nur vordergründig um die
Schimpansen in Straubing geht? Tatsächlich geht es pauschal gegen
Zoos.
@Hippo: In anderen Worten: Es gibt die behaupteten anderen Orgas, die sich angeblich seit langem und ohne Ideologie mit der Straubinger Schimpansenhaltung befassen, nicht; du hast keinerlei Hinweis darauf, dass die Straubinger Zoo-Verantwortlichen insgeheim was anderes planen als sie öffentlich sagen; und du kennst niemanden aus der Straubinger TR-Gruppe, die du gleichwohl als Stümper und Tierfeinde verunglimpfst.
Meine Diskussion mit dir hat an dieser Stelle ihr Ende gefunden.
@ Greatdane
Bis jetzt warst Du es, der auswich.
Bin kein "Überzooexperte" (dafür ist hier im Forum der ... zuständig),
und es tangiert mich nicht, was Du von mir und meinen Beiträgen
hältst. Die Probleme werden nicht hier im Forum gelöst werden, sondern
anderswo.
Ob die Gegner von Zoos nun ExpertInnen sein mögen oder nicht, was sind das denn für ExpertInnen die in Zoos arbeiten? Menschen, die gelernt haben, wie sie am besten eingeknastete versklavte Tiere am kacken halten.
Für mich kann es nur eine rigorose Abschaffung von Zoos geben.
Ob alte Schimpansen umgesiedelt werden können, weiß ich nicht, aber es ist eine Schande, was da mit den uns am nahestehendsten angestellt wird.
(16.03.2009 20:54)Greatdane schrieb: [ -> ]Meine Diskussion mit dir hat an dieser Stelle ihr Ende gefunden.
Das werde ich überleben. Hübsches Beispiel übrigens für die Fähigkeit
von Zoogegnern zur Diskussion.
@ Rudi
Ob Du es glaubst oder nicht: Ich kann eine generelle Ablehnung der
Zootierhaltung gedanklich nachvollziehen, schließe mich dem allerdings
nicht an. Bedauerlich fände ich, wenn Du alle Mitarbeiter in Zoos zu
Tierquälern und Sklavenhaltern reduzieren würdest. Das sind sie nicht.
Tierrechtler oder Tierschützer (!) darf sich jeder nennen. Zootierpfleger
hingegen erst nach mehrjähriger Ausbildung (die unnötig wäre, wenn es
nur um das Kacke wegmachen ginge). Tierärzte und Zoologen brauchen
noch etwas mehr Zeit.
Bezüglich der Straubinger Schimpansen sind von TR-Seite zwei Dinge
verquirlt worden, nämlich die Grundsatzfrage (Zoo ja oder nein) und die
lokale Situation, die ja nicht erst gestern entstanden ist. Und genau so
hilft man den Tieren NICHT!
Am Samstag 28.3.09 von 9.30 – 16.00 Uhr findet in Straubing (Stadtplatz am Stadtturm) eine öffentliche Info-Veranstaltung zur Schimpansenhaltung im örtlichen Zoo statt.
Veranstalter:
http://www.tierrechteaktiv.de