Der Antisemitismus hat ja eine lange Tradition, in der die Kirchen ihren entscheidenden Teil beitrugen. Martin Luther war einer der schärfsten Judenhasser und ein großer Vordenker der Nazis.
Zitat:Erstlich, dass man ihre Synagoga oder Schulen mit Feuer anstecke und was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacken davon sehen ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien ...
Zum anderen, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben dasselbige drinnen, was sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun ...
Zum dritten, dass man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein ...
Zum vierten, dass man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren ...
Zum fünften, dass man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe. Denn sie haben nichts auf dem Lande zu schaffen, weil sie nicht Herrn noch Amtleute noch Händler oder desgleichen sind. Sie sollen daheim bleiben ...
Zum sechsten, dass man ... nehme ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber und Gold und lege es beiseite zum Verwahren. Und ist dies die Ursache, alles was sie haben (wie droben gesagt) haben sie uns gestohlen und geraubt durch ihren Wucher.
Zum siebten, dass man den jungen starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nasen ... Man müsste ihnen das faule Schelmenbein aus dem Rücken vertreiben.
Aus
Martin Luther: Von den Juden und ihren Lügen
Zitat:Wenn ich einen Juden taufe, will ich ihn an die Elbbrücke führen, einen Stein an den Hals hängen und ihn hinab stoßen und sagen: Ich taufe dich im Namen Abrahams.
Aus
Martin Luther: Tischreden, Nr. 1795
Der evangelisch-lutherische Landesbischof Martin Sasse aus Eisenach im Vorwort zu seiner Schrift "Martin Luther und die Juden - Weg mit ihnen!", Freiburg 1938:
Zitat:Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. Vom deutschen Volk wird ... die Macht der Juden auf wirtschaftlichem Gebiet im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottgesegnete Kampf des Führers zu völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt.
Luther als "Vordenker der Nazis" zu bezeichnen, ist mehr als gewagt.
Der Judenhass des Reformators ist allerdings nicht zu leugnen, und ich
könnte mit ein paar noch schlimmeren Luther-Zitaten dienen.
Ich denke, dass man die Menschen im Kontext mit ihrer Epoche und
dem jeweiligen "Zeitgeist" sehen sollte, obendrein vor dem Hintergrund
ihrer eigenen Entwicklung.
So finden sich auch zu Albert Schweitzer einige weniger erbauliche
Dinge. Manches, was er äußerte und tat, nannten Kritiker eine Art
"sanften Rassismus", und offenbar war Schweitzer von der Überlegenheit
der Europäer überzeugt.
(07.03.2009 21:53)hippo schrieb: [ -> ]Luther als "Vordenker der Nazis" zu bezeichnen, ist mehr als gewagt.
dem schliesse ich mich an. luther war wohl anfänglich "diplomatischer" in seinen öffentlichen äußerungen. doch als klar wurde, dass die juden kein interesse an einer "bekehrung" haben würden, formte sein hass üble worte.
Zitat: Luthers Haltung den Juden gegenüber schien dabei anfänglich sehr versöhnlich. In
einer Schrift aus dem Jahre 1523 verurteilt er die antijüdischen Angriffe der katholi-
schen Kirche. Er vertritt die Ansicht, dass die Verfolgungen und Demütigungen christ-
lichen Werten widersprechen. Insbesondere, was die aggressive Bekehrung der Ju-
den anbetrifft. Er verteidigte eine tolerante Haltung. Davon erhoffte er sich allerdings
durchaus, auch die Juden für seine reformierte Art des Christentums begeis-tern zu
können.
Als ihm aber klar wird, dass die Juden sich dieser Bekehrung widersetzen und auch
seine Lehren verwerfen, erklärt er dem Judentum den gnadenlosen Krieg. 1543 ver-
öffentlicht er das Werk „Über die Juden und ihre Lügen“. Darin bringt er seinen Hass
auf die Juden zum Ausdruck sowie seine Empörung über deren Starrköpfigkeit,
Christus seit 1500 Jahren nicht anzuerkennen.
http://209.85.229.132/search?q=cache:nz3...ient=opera
MEhr dazu auf www. [UL-Link entfernt - Mod.]
Ich meine www. [UL-Link entfernt - Mod.]
(07.03.2009 21:53)hippo schrieb: [ -> ]Luther als "Vordenker der Nazis" zu bezeichnen, ist mehr als gewagt.
Die Nazis haben sich jedenfalls auch auf Texte des großen M.L. bezogen, z.B. in der "Reichskristallnacht" wurden ja direkt seine Forderungen erfüllt. ("Geburtstagsgeschenk"?

)
An der Entwicklung des Antisemitismus hatte auch Luther seinen Einfluß.
(07.03.2009 21:53)hippo schrieb: [ -> ]Der Judenhass des Reformators ist allerdings nicht zu leugnen, und ich
könnte mit ein paar noch schlimmeren Luther-Zitaten dienen.
Eben.
(07.03.2009 21:53)hippo schrieb: [ -> ]Ich denke, dass man die Menschen im Kontext mit ihrer Epoche und
dem jeweiligen "Zeitgeist" sehen sollte, obendrein vor dem Hintergrund
ihrer eigenen Entwicklung.
Der Kontext der Epoche: Das Mittelalter ist zu Ende, das Zeitalter des Humanismus gekommen. Eine hervorragende Chance für einen Philosophen oder Theologen mit den überkommenen Vorurteilen aufzuräumen. Luther tut genau das Gegenteil, er verfestigt sie.
Er selbst entwickelte sich zum krassen Judenhasser.
(07.03.2009 21:53)hippo schrieb: [ -> ]So finden sich auch zu Albert ...
Ja, viele sind da diesen Vorurteilen verfallen. Aber sie waren eben nicht alle Religionsstifter wie dieser Luther. Daß ihn heute noch Menschen verehren und seinem Gedankengut anhängen muß schon verwundern.
(08.03.2009 13:09)bertel schrieb: [ -> ]Daß ihn heute noch Menschen verehren und seinem Gedankengut anhängen muß schon verwundern.
Ich denke, dass man Luther weder glorifizieren noch restlos demontieren
sollte. Es gibt mehr als nur weiß und schwarz.
Ein "Niemand", der die allgewaltige katholische Kirche kritisiert und in
Zugzwang bringt - das hat etwas. Die Bibel-Übertragung (eine
wortgetreue Übersetzung war es ja nicht) war éin Meilenstein auf dem
Weg zu einer einheitlichen deutschen Sprache und kratzte am Prinzip
des Herrschaftswissens.
Wie seine Einstellung zu den Juden änderte er auch seine Haltung im
Großen Bauernkrieg - zugunsten der Feudalherren.
Jahrhunderte später lässt sich leicht urteilen.
Luther hat -das ist zu bedenken- die Bibel in Gänze ins Deutsche übersetzt, also auch das Alte Testament mit Mose, Jesaja und Co.!
"Ich glaube, dass auch die Hündelein in den Himmel kommen und jede Kreatur eine unsterbliche Seele hat." (Martin Luther)
@bertel: "Geburtstagsgeschenk" Reichskristallnacht? Hatte Luther ein "Geburtstagsgeschenk" dieser Art versprochen?
@hippo: "und ich könnte mit ein paar noch schlimmeren Luther-Zitaten dienen" Diese Zitate würden mich interessieren...
____
Seth (ägyptischer Gott u.a. der Magie), Odin (germanischer Gott u.a. der Magie), Dagda (keltischer Gott u.a. der Magie), Bill Kaulitz

for ever!
Sokrates for ever!
Plato for ever!
Aristoteles for ever!
"Hermes ist der Gott der Kaufleute und der Diebe, doch auch ein Gott der magischen Künste und der Weisheit." Quelle:
http://www.beepworld.de/members5/dawn/gottheiten.htm (man nehme andere Quelle, falls Skepsis...bei
http://www.wissen.de werden
http://www.pantheon.org/articles/h/hermes.html und
http://www.mythologica.de/hermes.htm empfohlen...steht da was davon, dass Hermes auch Gott der Magie oder "auch ein Gott der magischen Künste (...) war?)
Za kenne ich auch als Gott der Magie...eigentlich.
Siehe auch Kami: "Kami bezeichnet in erster Linie die im japanischen Shintō verehrten Gottheiten." Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kami - cool: "Der aus dem Militär bekannte Begriff Kamikaze bedeutet Götterwind." (gleiche Quelle wie eben)
Die neue EKD-Chefin Käßmann quasi wohl nicht "rechts", siehe Folgendes: "Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann bezeichnete die Zehn Gebote in einem Beitrag für «Reader's Digest» als «Lebensregeln für eine gute Welt», die nach wie vor aktuell seien. «Eine Zeit, die nach Orientierung geradezu ruft, braucht die Zehn Gebote», fügte die Bischöfin hinzu. Sie könnten «Grundlage einer allgemeinen Ethik sein»." Quelle:
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_20...ebote.html Die Zehn Gebote sind ja von Mose.
(30.10.2009 22:42)cbruchmann schrieb: [ -> ]Die Zehn Gebote sind ja von Mose.

Du lachst Hippo? Ich verstehe das eher so, das Mose die tatsächlich selber verfasst hat. Da es keinen Gott gibt, kann er sie nur selber geschrieben haben.
(31.10.2009 12:24)Rudi schrieb: [ -> ]Du lachst Hippo? Ich verstehe das eher so, das Mose die tatsächlich selber verfasst hat. Da es keinen Gott gibt, kann er sie nur selber geschrieben haben.
Wenn man mal bedenkt wieviel Sätze das Grundgesetz, das BGB und das StGB enthalten, so ist sind die Zehn Gebote von einem sehr weisen Mann verfasst worden. Man bräuchte sich nur dran halten und alle anderen Gesetze wären Schnee von Gestern.
Tja Marcel, dann tu das doch auch, siehe das Gebot: Du sollst nicht töten :-P
(31.10.2009 13:36)Rudi schrieb: [ -> ]Tja Marcel, dann tu das doch auch, siehe das Gebot: Du sollst nicht töten :-P
Das bezieht sich eindeutig auf Menschen, aber egal.
18, 20, Zwo, Null, Vier:
da kontere ich mal mit, für euch TRler wie geschaffen,
Nr. 7 und Nr. 10

Dann wuerde es heißen: Du sollst keine Menschen toeten.