"Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN
startet heute eine bundesweite Aktionstour für ein Verbot
der Wildtierhaltung in Zirkussen."
Quelle
Kampagnenmaterial (Videos, Fotos..) gibt es hier
So, ein neuer Versuch. Die bisherige unsachliche Diskussion habe ich abgetrennt und ins Off topic verschoben...
Vielleicht schaffen wir es nun uns mit der Kampagne auseinanderzusetzen?
Wie erwähnt halte ich außer der Zielvorstellung der Kampagne auch
den Zeitpunkt für sinnvoll, eben den Wechsel im Ministerium. Die
Ministerialbürokratie bleibt natürlich, aber neuen Ministern (+ "Innen")
kann man noch einmal verdeutlichen, worum es geht. Schadet nie.
Auf den ersten Blick verwirrend wirkt die von Vier Pfoten genannte
Zahl von rund 400 Zirkussen in Deutschland. Das deckt sich nicht
mit den Zahlen, die hier und bei anderen Orgas verfügbar sind.
Danach dürften es so um die 200 Betriebe sein, und manche von
ihnen bestehen gerade mal noch aus einer Familie mit Hund, Lama,
Pony, zwei klapprigen Zugmaschinen und dito. Anhängern.
Des Rätsels Lösung: Viele kleine Zirkusse nennen sich immer wieder
anders. Anhänger anders lackiert, und statt "Zirkus Pusteblume"
steht halt "Zirkus Exotica" drauf. Und dann ist nicht mehr Erwin M.
der Zirkusdirektor, sondern Knut G. (Erwins Schwager). Anhand des
Tierbestandes kann man die Zirkusse auch nicht unbedingt
identifizieren. Tiere werden getauscht, verliehen, verkauft.
Ich kenne einen Zirkus, der sich in 15 Jahren fünfmal umbenannt hat.
Das Problem besteht hauptsächlich darin, dass Zirkusse sich den
"Maßstäben" einer bürgerlichen Gesellschaft entziehen, wofür es
z.T. auch gute Gründe gibt.
Wildtiere (oder besser: Tiere wildlebender Arten) werden aus dem
Zirkus verschwinden, und die Zahl solcher noch gehaltener Tiere
ist ja schon viel geringer als vor 20 oder 30 Jahren. Ein Verbot
solcher Tierhaltung wird allerdings auch Lösungsvorschläge bzgl. der
vorhandenen Tiere beinhalten müssen, und auf diesem Sektor gibt
es bis heute keinen praktikablen tierfreundlichen Ansatz.
Der Bund kann den Rechtsrahmen vorgeben. Die Länder müssten ihn
ausfüllen, hätten also die Probleme "an der Backe", könnten sie aber
allein gar nicht lösen. Die einzige Möglichkeit, Gesetzgebung durch
demonstrative Bereitschaft zur Lösung der Folgeprobleme zu
beschleunigen, wäre in diesem konkreten Themenbereich eine
Allianz aller, die Wildtiere aus dem Zirkus verbannt sehen wollen.
Eine solche Allianz ist nicht in Sicht.
hippo schrieb:Ein Verbot solcher Tierhaltung wird allerdings auch Lösungsvorschläge bzgl. der vorhandenen Tiere beinhalten müssen, und auf diesem Sektor gibt es bis heute keinen praktikablen tierfreundlichen Ansatz.
Die Zoos werden sich wohl auch nicht als Auffanglager "mißbrauchen" lassen, oder?
Eule schrieb:hippo schrieb:Ein Verbot solcher Tierhaltung wird allerdings auch Lösungsvorschläge bzgl. der vorhandenen Tiere beinhalten müssen, und auf diesem Sektor gibt es bis heute keinen praktikablen tierfreundlichen Ansatz.
Die Zoos werden sich wohl auch nicht als Auffanglager "mißbrauchen" lassen, oder?
warum und vor allem, wie sollten diese das denn machen?
dies namhaften zoo`s benötigen tiere mit einem herkunfts-nachweis und vornehmlich tiere mit nachvollziehbaren genen.
schon allein aus sogenannten art-erhaltungs-gründen verbietet sich die aufnahme von ( sorry, aber dies sind die vornehmlich in circussen gehaltenen tiere ) bastarden.
ausserdem sind in der regel nur sehr kleine zoo`s zu solchen aktionen bereit.
denn die meisten sind nicht an eep`s und dergleichen zucht-aktionen beteiligt.
hippo durfte dergleichen ja schon erfahren und weiß dadurch auch, wo diese tiere allenfalls untergebracht werden könnten.
@ Eule + Beast
Es gab zahlreiche Aufnahmen von Zirkustieren in Zoos, z.B. in
Rostock, Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt und München,***
zusätzlich auch in kleinen Tierparks.
Insgesamt aber sind diese Einrichtungen dafür nicht präpariert.
Es gibt nirgendwo ausreichende Gehegekapazität für zusätzlich
aufzunehmende Großkatzen, Bären, Elefanten, Flusspferde, Giraffen
oder Primaten. Hinzu kommt noch, dass z.B. die Zoos in Köln und
Frankfurt immer wieder Tiere aufnehmen sollen, die auf den dortigen
Flughäfen als illegaler Import konfisziert werden.
*** und Heidelberg
Der Gesetzgeber könnte die Zoos letztendlich
dazu zwingen, die Tiere aufnehmen zu müßen.
Ich denke da an die leidvolle Erfahrung mit den
sogenannten "Kampfhunden".
Deshalb sollte diese Lösung nicht angestrebt
werden.
Die Lösungsmöglichkeiten werden wohl viele
Bausteine beinhalten.
Teilweise Bestandschutz....kann in Einzelfällen
sinnvoll sein...eventuell osteuropäische Zoos?
Die hätten wohl "Bedarf", aber können wohl
weniger die Standards (Gehegegröße-/Beschaffenheit)
vorweisen.
Wer baut die "Arche Noah"?
Die Standards in osteuropäischen Zoos sind nicht zwangsläufig schlechter, auch wenn man immer wieder auf solche Vorurteile stößt.
Guckst du hier:
http://www.zoodk.cz/zoo_06ozoo_de.php
Ich befürchte eher, dass im wilden Osten aber auch noch genug eigene Zirkusse mit Wildtieren herumziehen, die auch dicht gemacht werden müssten.
Die Tiere aus aufzulösenden deutschen Zirkusbeständen sollten schon
hier ihr Gnadenbrot finden. Andererseits wäre ein Export mit einer zusätzlichen finanziellen Unterstützung an den aufnehmenden Zoo vielleicht immer noch günstiger als die teure deutsche Unterbringung. Scheiße, dass letzlich doch immer irgendwie alles darauf hinaus läuft, wer wieviel wem wofür bezahlen kann

!
EU hilf! Es werden so viele EU-Gelder für jeden noch so bescheuerten Unsinn rausgeschmissen. Warum nicht mal was Vernünftiges
mit meinem Steuergeld machen!!!
Hinzu kommt noch das Problem "zerstörter" Existenzen.
Ich glaube kaum, daß sich viele Zirkusse ohne Wildtiere
ihren Fortbestand sichern können....
hippo schrieb:Es gibt nirgendwo ausreichende Gehegekapazität für zusätzlich
aufzunehmende Großkatzen, Bären, Elefanten, Flusspferde, Giraffen
oder Primaten.
Naja, was die Bären angeht...
vielleicht würd hier was möglich sein, ist ja nun recht neu.
Gehört zu VierPfoten.
http://www.baerenwald-mueritz.de/baerenw...vision.php
nico.
prinzipiell ist die idee sehr gut, aber.....selbstzensur ( rest gelöscht )
sorry ;-l
@beast
Sorry, aber mit der Antwort kann ich irgendwie nix anfangen.
kopfkratz...
(Was diesen Park angeht, ich kenne ihn nicht.
So wie ich das verstanden habe, scheinen der aber genau für sowas da zu sein)
@ Beast
Kann mir denken, was du meinst. Aber dein selbstzensierter Beitrag
hilft jetzt irgendwie nicht so doll weiter.
@ Nico
Klar gibt es für die Unterbringung von Zirkustieren ein paar Möglichkeiten.
Reicht halt nicht, weshalb das Ganze auf Übergangsregelungen hinausläuft.
Es geht ja auch um Zuständigkeiten (Bund verabschiedet Gesetz, Länder
und Kommunen sollen die Umsetzung bezahlen; da "freuen" die sich doll).
Und: Wie (und wo) sollte man z.B. alle deutschen Zirkuselefanten
unterbringen? Schnell ginge da gar nichts.
@hippo
das Problem ist mir bekannt, klar hast Du da recht.
Und "schnell" geht es nie.
Ich dachte beim Stichwort "Bären" nur irgendwie an diesen Park,
auf den ich letzens nochmal gestossen bin, weil die Tierpflger suchten für neu ankommende Bären.
Nico schrieb:@beast
Sorry, aber mit der Antwort kann ich irgendwie nix anfangen.
kopfkratz...
(Was diesen Park angeht, ich kenne ihn nicht.
So wie ich das verstanden habe, scheinen der aber genau für sowas da zu sein)
@nico
asche aufmein..
schau mal in deren foren.
war dort aus persönlichen gründen mal kurz ( deswegen meine selbstzensur ).
prinzipiell sind die ja für dergleichen fälle ins leben gerufen worden.
aber worbis ist nach meinen info`s zur zeit voll belegt.
aber wenn sie die sogenannte " bärenspur " ( sammlung von spenden ) weiterbringen, soll im schwarzwald ein ähnliches projekt entstehen.
wenns denn klappt: gut!!!
@hippo
ich stimme dir in der sache vollständig zu.
ich hätte es anders ausdrücken sollen.
es sollte eigentlich ausdrücken, das die zoo`s ( egal welcher größe ) sich bestimmt nicht darum reißen werden.
es sei denn, das zoo publizität braucht, weil gerade kein anderer star zur verfügung steht.
aber das sind alles nur so meine gedanken und erstmal völlig wertfrei.